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 Betreff des Beitrags: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 17:34 
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Halbelfe
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An einer Sache konnte Luna nicht zweifeln: Die Minen waren alt. Sehr alt. So alt, dass sie den Titel "Antik" mehr als nur verdienten. Die Minen bestanden aus tausenden von Schächten, von denen sicherlich viele schon in Vergessenheit geraten waren. In den Wänden waren Runen eingeritzt, alte Runen, die alte Zauber bildeten. Vermutlich waren viele von ihnen Stützzauber oder Lichtzauber, denn einige Runen glühten in der Dunkelheit und erhellten einige Meter. Eine andere Lichtquelle waren lumineszierende Pilze oder nicht abgetragene leuchtende Kristalle. Aber der Großteil der Tunnel waren dunkel und das erste Mal seit langem wusste Luna die Fähigkeit der Drows, in der Dunkelheit sehen zu können, zu schätzen.
Harsk und seine Kameraden führten die Gruppe tief in das Gebirge, immer weiter, immer tiefer. Es wurde immer kälter und je tiefer sie kamen, desto mehr Runen konnte Luna an den Wänden erkennen. Nach einiger Zeit fielen Luna auch andere Schriftzeichen auf, die an manchen Stellen gehäuft auftraten. Vermutlich war es eine alte zwergische Schrift und übermittelte Warnungen, Wegweisungen und vielleicht auch einfach nur Nachrichten der Zwerge an andere Zwerge.
Während man in den oberen Gebieten der Minen noch relativ häufig in dem Gebirge lebende Kreaturen angetroffen hatte, so wurden sie immer seltener, je tiefer sie gingen. Die antiken Minen wirkten beinahe ausgestorben. Aber mit der Zeit registrierte Luna Schatten in den Schächten, die die Gruppe mied, sie hörte Kreaturen krabbeln und atmen, spürte sie näher kommen und wieder entfernen. Und ganz plötzlich hatte Luna das Gefühl, dass diese Teile der Minen sogar noch lebendiger waren als die oberen Schichten. Hier, wo nie ein Zwerg oder jemand anderes her kam, hatten die dunkelheitliebenden Kreaturen ihre Ruhe und konnten ihr eigenes Reich aufstellen. Mit der Zeit wurde Luna wachsamer und erkannte letztendlich sogar auch das kleinste Leben in den Minen in Form von kleinen Käfern und Wesen, die Luna gänzlich fremd waren und schnellstens das Weite suchten, als sie in Lunas Blickfeld gerieten. Wie viele Kreaturen wohl in diesen Tiefen lebten und noch von niemanden näher dokumentiert worden waren?
Irgendwann durchquerten sie gehäuft kleinere Höhlen, die nach und nach größer wurden. Nach einiger Zeit stupste Syllvren Luna in die Seite und deutete stumm auf Spinnennetze an den Wänden und Decken. Erst waren es wenige, aber auch sie wurden mit der Zeit mehr. Und der Größe der Netze nach zu urteilen handelte es sich nicht um kleine Spinnen.
"Seid wachsam! Ich glaube, wir nähern uns einem Nest", hörte Luna einen der Zwerge - sie glaubte es handelte sich um Glyr - von vorne sagen. Und er schien recht zu behalten. Denn nach kurzer Zeit öffnete sich vor ihnen eine große Höhle. Voller Spinnennetzen, Kokons, in denen tote Kreaturen lagen und überdimensional großen Spinneneiern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 18:15 
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Dunkelelf
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Dieser Ort gefiel Syllvren gar nicht und es war selten, dass er sich an einem Ort unwohl fühlte. Überall waren grünlich schimmernde Spinnennetze, Knochen lagen auf dem Boden und beinahe überall hingen verwebte Kreaturen, die wohl nur darauf zu warten schienen, von jemand gefressen zu werden. Diese Höhle stank nur so nach Tod und Syllvren war sich sicher, dass sie auch bald in einem solchen Kokon sein würden, wenn sie nicht wachsam sein sollten. Aber nicht die Vielzahl an Spinneneiern oder gar Spinnennetze machte Syllvren Sorgen, nein… Das einzige, was ihm momentan Sorgen bereitete, war diese unangenehme Stille. Wo waren diese Spinnen?! Auf einen Feind, den die Augen im Sichtfeld hatten, konnte man sich viel leichter einstellen als auf einen, der einen mit einem Mal überfällt. Und ihr Feind war anscheinend groß, besaß acht Beine und jede Menge Augen – man durfte ihre zahlenmäßige Überlegenheit nicht vergessen, denn eine einzige Spinne würde wohl kaum eine so riesige Höhle alleine mit diesen tausenden Spinnennetzen ausfüllen. „Wo sind diese Biester?“ Aufmerksam blickte Syllvren sich um, jederzeit bereit von seiner Magie nutzen zu machen. Seine Sinne waren geschärft, das Rauschen seines Blutes war deutlich in seinen Ohren zu hören. Ein leises Zischen hallte durch die Höhle und instinktiv griffen die Zwerge nach ihren Waffen, hielten selbige Kampfbereit vor ihre Körper. Syllvren blickte sich aufmerksam um, versuchte in der Dunkelheit verdächtige Bewegungen in den Spinnennetzen zu entdecken. Seine Augen entdeckten jedoch einfach nichts, während das Zischen lauter wurde, immer öfters von den Höhlenwänden zu ihren Ohren drang. Die Gruppe stand inzwischen in der Mitte der Höhle, hatte sich aufgehört zu bewegen und stand einfach nur kampfbereit dort. Sie hatten einen Kreis gebildet, nur ihre Rücken sahen einander an. Immer noch kein Zeichen von diesen Viechern, obwohl das Zischen doch immer deutlicher wurde. Es war jetzt jedenfalls klar, dass hier mehrere von diesen Viechern auf sie lauerten. „Passt auf… Diese Smaragdspinnen sind heimtückisch. Ihr Gift ist lähmend und ihr Speichel ätzt sich durch fast jedes Metall.“
Syllvrens Herz schlug unweigerlich schneller, sein Körper spannte sich an. Lähmendes Gift und ätzender Speichel? Fehlten nur noch ein Panzer, der nicht von Metall durchdrungen werden konnte. Das Zischen verstummte langsam wieder und es wurde still in der Höhle. Nur der eigene Herzschlag und die Atemzüge von sich und dem Rest der Gruppe war deutlich zu hören. Etwas tropfte auf seinen Helm, lief ihn langsam hinab. Ein leises Zischen, welches eindeutig anders war, als jenes, welches vorher die Höhle erfüllt hat. Vorsichtig strich Syllvren mit seinem Finger über den Helm. Eine klebrige Substanz, die sich an seinen Finger heftete und leicht brannte, war auf ihr. Weitere Tropfen dieser Flüssigkeit tropften auf seine Hand, schienen den Helm dort zu zerstören, wo sie ihn berühren. Eine böse Vorahnung beschlich den Drow. Blitzschnell blickte er an die Decke, seine Augen entdeckten die Silhouette einer riesigen Spinne, die vielleicht vier Meter über ihren Köpfen hang und aus grünlich glänzenden Augen sie anstarrte. //Sie kommen von oben! Warum habe ich nicht gleich daran gedacht?!//
„Geht zur Seite, schnell!“ Sofort setzte Syllvren zu seiner magischen Formel in der alten Sprache der Drow an, sein Verstand tastete vorsichtig nach der Magie und befreite sie schlagartig auf ihrem Gefängnis. Sie strömte aus seiner Hand und wurde frei, die Temperatur um ihn herum sank schlagartig gegen den Gefrierpunkt, als er seine Hände in Richtung der Spinne ausstreckte, welche laut zischend sich ihnen näherte. Erst formten sich kleine Eiskristalle auf ihren Kieferklauen, doch mit einem Mal wurden aus den kleinen Kristallen eine dünne Eisschicht, welche sich schnell über den Körper der Spinne ausbreitete und sie umschloss, kurz darauf noch dicker wurde. Syllvren sprang zur Seite, als der eingefrorene Körper der Spinne von ihrem Faden getrennt wurde und einfach zu Boden fiel, auf selbigen unter einem klirrenden Geräusch und tausend von Teilen zersplitterte. Die anderen seiner Gruppe hatten sich auch noch gerade in Sicherheit bringen können, dennoch wusste Syllvren, dass sie sich nun nicht ausruhen konnten, denn die Gefahr war noch nicht gebannt. Von der Decke des Höhle erklang abermals das alte Zischen und mit einem Mal lösten sich aus der Dunkelheit mindestens ein dutzend dieser riesigen Spinnen, die sich von der Decke abseilten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 19:24 
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Halbelfe
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Luna schloss für einen Moment die Augen, atmete tief durch und sammelte sich. Gerade eben noch standen sie inmitten der Höhle und konnten ihren Feind nicht ausmachen und nun war die Gruppe in alle Richtungen der Höhle zerstreut und der Feind war sichtbar. //Endlich//, dachte Luna und konnte nicht verhindern, dass sich ein leichtes Grinsen auf ihr Gesicht stahl. Sie hörte ein verräterisches Zischen auf der anderen Seite des Felsens, hinter dem sie sich versteckte, und ließ ein Schwert in ihrer Hand erscheinen, um welches Blitze zuckten. Dann sprang sie über den Fels hinweg und rammte die Klinge in den mächtigen Leib der Spinne. Das Tier schrie auf, als Luna die Klinge ein Stück heraus zog und dann mit einem Kampfschrei erneut in dem Leib versinken ließ, dieses Mal in Begleitung eines mächtigen Stromstoßes. Ein triumphierendes Gefühl schoss durch ihren Körper, als die Spinne leblos zusammen brach und Luna ihren Blick über das kleine Schlachtfeld gleiten ließ. Es war einige Zeit her, seit sie das letzte Mal an einem etwas größeren Kampf teilgenommen hatte und nach der langen Auszeit vom Kampf war dies eine willkommene Abwechslung. Natürlich wusste Luna, dass mit der Situation nicht zu spaßen war und die Spinnen in der Überzahl waren, sie nicht wussten wie viele dieser Smaragdspinnen noch in den Tiefen der Minen lauerten. Aber für einen Moment wollte Luna einfach nur ihre Instinkte ausleben und ohne viel nachzudenken einen Kampf bestreiten.
In ihrer Nähe kämpfte Harsk gegen drei der Riesenspinnen, auf der anderen Seite der Höhle entdeckte Luna Feritas und einen der anderen Zwerge gemeinsam gegen einige Spinnen kämpfen. Syllvren und die anderen zwei Zwerge kämpften auf der Seite gegenüber von Luna. Nachdem Luna eine weitere Spinne getötet hatte, viel ihr auf, dass die Spinnen nicht weniger wurden. Es hatten sich etwa ein Dutzend Spinnen von der Decke herabgelassen, doch es schienen mehr geworden zu sein, anstatt weniger. Die Kreaturen mussten von den Kampfgeräuschen angelockt worden sein. Nach einigen weiteren Spinnen verlor Luna das Interesse daran, mit roher Gewalt und ohne Strategie zu kämpfen und zog sich zurück. Der Spinnenfluss schien mittlerweile gestoppt zu haben, doch nun war die Höhle gefüllt mit angriffslustigen Giftspinnen. Wenn sie ohne Plan weiterkämpften, würde ihnen ziemlich schnell die Luft ausgehen.
Und plötzlich fand sich Luna mit drei dieser Spinnen konfrontiert. Sie versuchte sie auf Abstand zu halten, während sie rückwärts ging. Drei waren ihr eindeutig zu viel, aber mit Hilfe der anderen konnte sie wohl kaum rechnen, da sie selbst in ihre eigenen Kämpfe verwickelt waren. Mit einem Mal stieß Luna mit jemandem zusammen, spürte einen Rücken an ihrem. Sie warf einen Blick über ihre Schulter und erkannte Syllvren hinter sich und ihm gegenüber ebenfalls drei Spinnen. „Irgendeine Idee, wie wir die loswerden?“

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 20:03 
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Dunkelelf
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Seinen Helm musste Syllvren bereits von seinem Kopf reißen, hatte sich der Speichel doch unaufhaltsam durch den Nachtstahl gefressen. Es war wirklich unglaublich, dass der Speichel dieser Spinnen doch wirklich eines der härtesten Metalle in ganz Talath zu durchfressen mochte. Ein halbes Dutzend Spinnen hatte Syllvren schon besiegen können, anfangs konnte er sie noch ohne Probleme einfrieren, inzwischen blieb ihm aber kaum mehr die Zeit um einen seiner Magieangriffe auszuführen ohne dabei Gefahr zu laufen von einer anderen Spinne erwischt zu werden. Drei dieser Viecher standen von ihm, schienen seine Bewegungen zu mustern und auf eine Gelegenheit zu warten. Wer auch immer meinte, Spinnentiere seien nicht Intelligent, der hatte noch nicht gegen eines dieser Viecher gekämpft. Anscheinend müsste er nun mit seinem Schwert weiterkämpfen. Den Arm ausgestreckt bildete sich ein dunkler Nebel um selbige, welcher sich rasend schnell verdichtete und einen Griff in Syllvrens Hand formte, aus welchem sich sogleich eine schwarz schimmernde Klinge herausbildete.
„Eine nach dem anderen töten, ist doch klar“, rief Syllvren und schloss seine Augen, konzentrierte sich auf seine Umgebung. Die Luft um ihn herum bekann zu schimmern, ein dunkelblauer Schleier schien sich um seinen Körper zu legen und langsam zu der Klinge des Schwertes zu wandern. //Es ist schon länger her, dass ich mit diesen Mitteln kämpfen muss…//
Mit einem Schlag öffnete er seine Augen, seine Augen leuchteten hell, ein Schleier schien vor seiner Iris zu hängen und lang zuschweben. Er selbst nahm seine Umgebung mit einem Schlag viel klarer war, die Finsternis war gewichen und Syllvren sah seine Umgebung in etlichen Farben. Seine Umgebung war mit grauen Schatten durchsetzt, die Netze, die Steinwände, die Kokons, alle waren sie in grauen, kaum leuchtenden Tönen gehalten. Und dann waren da noch diese Schatten, welche mit Farben ausgefüllt waren. Rot, Blau, Grün… Eigentlich alle Farben waren anzufinden. Und Syllvren konnte die Farben alle zuordnen, wusste, was sie bedeuteten. Die Spinnen selbst waren von einem dunklen Rot durchdrungen, durch welches einige hellrote Flecken verliefen, die zu pulsieren schienen. Diese kleinen Flecken veränderten immer ihre Größe, wurden kleiner und größer, ehe sie mit einem Mal den gesamten, schattigen Körper der Smaragdspinnen ausfüllten. Kampfbereit erhob Syllvren sein Schwert, ließ seine freigesetzte Auramagie um die Klinge wirbeln. Keine Sekunde später sprangen die drei Smaragdspinnen auf den Drow zu, stießen einen ohrenbetäubenden Schrei aus. Seelenruhig blieb Syllvren regungslos auf der Stelle stehen, sah die Spinnen beinahe in Zeitlupe auf ihn selber zu bewegen. Erst, als sie ihn fast erreicht hatten, ging Syllvren einen Schritt zurück und schwang einmal kräftig sein Schwert durch die Luft. Die wirbelnde Aura löste sich von seinem Schwert und flog in Form einer langgezogenen, schimmernden Sichel durch die Luft. Als ob die Körper der Spinnen keinen Widerstand besaßen, teilte die Sichel die Körper der Spinnen in der Mitte durch, traf anschließend ein großes Netz und zerteilte selbiges zugleich. Eilig drehte sich Syllvren zu Luna, die ihre Aufmerksamkeit momentan auf die drei Spinnen vor sich gerichtet hatte. Im Schatten eines Netzes, welches einige Meter hinter ihr hing, entdeckte Syllvren ebenfalls eine Spinne, die allem Anschein kurz davor war Luna aus dem Hinterhalt anzugreifen. //Verdammt!// Mit schnellen Schritten rannte Syllvren auf Luna zu, versuchte noch einen neuen Schub seiner Aura auf sein Schwert zu konzentrieren. „Achtung, Luna!!“ Die roten Flecken dehnten sich aus, erfüllten nun den Körper der Spinne komplett, woraufhin sie auch gleich aus dem Netz auf Luna zusprang. //Oh nein, dass wirst du nicht tun!!// Gerade noch rechtzeitig erreichte Syllvren die Halbelfe, blockte die große Spinne mit seinem Schwert. Rücken an Rücken stand Syllvren nun hinter Luna, versuchte die Spinne zurückzuhalten, welches er in ihren Kopf gebohrt hatte. Anscheinend hatte er nicht richtig getroffen, drückte die Smaragdspinne noch kräftig gegen Syllvrens Schwert. Angestrengt versuchte er sie zurückzuhalten, doch mit einem Mal entriss sie ihm das Schwert und rammte ihre Giftzähne in seinen rechten Arm. Die Zähne durchdrangen die dicken Armschienen wie ein Stück Rinde eines Baumes, der Speichel begann sich auch sofort durch den Nachtstahl zu fressen. „Verzieh dich!“ Mit der freien Hand packte Syllvren den Kopf der Smaragdspinne, sprach drei Wörter aus. Sofort bildete sich eine Eisschicht um die Spinne, schloss ihren Körper ein und ließ selbigen in tausend Stücke zersplittern, als Syllvren seinen Arm entriss. Den Schmerz der Bisswunde spürte Syllvren nicht, als sich die Zähne des Spinne aus seinem Fleisch zogen. Mit einigen Handgriffen öffnete er die zerstörte Armschiene und warf sie sogleich zu Boden. Ein heißer Impuls durchflutete seinen Körper, ein ersticktes Stöhnen entwich seiner Kehle, als er zu Boden sackte. Die Muskeln des rechten Armes spannten sich an und zuckten unnatürlich, während sich Syllvrens Gesicht zu einer schmerzenden Maske verzog.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 22:04 
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Halbelfe
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Ein mühsam unterdrücktes Stöhnen ließ Luna herum fahren. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, als sie Syllvren erblickte, wie er sein Gesicht vor Schmerzen verzerrt hatte und sich seinen Arm hielt. Was war passiert?
Zum Nachdenken und sich Sorgen machen blieb im Moment jedoch keine Zeit, denn in ihrer Unachtsamkeit hatten die drei Spinnen sie umzingelt. Auf Syllvren konnte sie momentan nicht zählen, da dieser durch zusammengebissene Zähne vor Schmerzen keuchend auf dem Boden kniete. Das Schwertheft mit beiden Händen umklammert, die Klinge erhoben, beobachtete Luna aufmerksam die Bewegungen der drei Smaragdspinnen. Eine Stand drei Meter vor ihr, die anderen waren zu ihrer Linken und zu ihrer Rechten auf selber Entfernung. Langsam trat Luna einen Schritt zurück, begann das Schwert mit ihren Blitzen aufzuladen. Wild zuckten sie durch den Stahl, wirbelten um ihn und erhellten die Umgebung damit sofort ein wenig. Die Spinnen schienen diesen Lichtimpuls nicht zu mögen, stießen sie sofort einen schrillen Schrei aus, welcher in ein Zischen überging, ehe die äußeren Spinnen mit einem Mal auf sie zusprangen. Instinktiv rollte sich Luna zur Seite, wirbelte herum und holte mit ihrem Schwert zum Schlag aus. Die Klinge vergrub sich im Kopf der einen Spinne, welche kurz darauf von einem heftigen Stromstoß getötet wurde. Schnell zog sie darauf das Schwert aus der Leiche, wich einem Biss der anderen Spinne aus, ehe sie geschickt auf ihren Rücken sprang und das Schwert in ihren Kopf stieß und den Körper hinab zog. Knackend öffnete sich der Panzer der Spinne als das Schwert langsam seinen Weg suchte und schließlich die Spinne entzweit hatte. Gerade zog die Halbelfe ihr Schwert aus dem Torso der toten Spinne, als sie im Augenwinkel die dritte Spinne entdeckte, welche auf sie zugelaufen war und sich aufgerichtet hatte. Die spitzen Giftzähne entblößt wollte sie sich gerade auf Luna herabstürzen, als sie, wie vom Blitz getroffen, einfach in ihrer Bewegung erstarrte. Eine klauenartige Hand hatte sich durch ihren Hals gebohrt, vollkommen von schwarzem Fell bedeckt, welches von klebriger Flüssigkeit der Spinne bedeckt war. Ein weiterer Ruck und die Klaue hatte den Kopf der Spinne abgetrennt, ließ selbigen einfach neben den leblosen Körper der Smaragdspinne fallen. Erst jetzt realisiert sie, wem diese wolfsartige Klaue gehörte, welche die Spinne soeben getötet hatte.
"Syllvren!", stieß Luna aus, sich nicht sicher, ob sie erleichtert oder erschrocken sein sollte. Syllvrens Arm hatte sich in den eines Werwolfes verwandelt und hinter den langen Haaren, die wie ein Vorhang vor Syllvrens Gesicht fielen, konnte Luna eiskalte, eisblaue Augen ausmachen, deren Pupillen sich zu Schlitzen geformt hatten. Luna ließ ihr Schwert sinken und vergaß die Kämpfe um sie herum. Langsam trat sie auf Syllvren zu. "Syllvren..." Ihr Blick glitt von seinem Gesicht auf den Arm. Es war der selbe Arm, den er sich vorhin gehalten hatte. Ob er verletzt worden war? Seine Armschienen waren jedenfalls weg und Luna entdeckte sie in einer Ecke liegen. Oder besser gesagt die Reste der Armschienen, denn etwas schien sie zu zerfressen - das Spinnengift. Syllvren war gebissen worden.
Luna wendete den Blick von den zerstörten Armschienen ab und blickte Syllvren wieder ins Gesicht. Der Ausdruck in seinen Augen war kalt und wild. Ein eiskalter Schauer jagte Luna über den Rücken. Ja, schon beinahe blutrünstig war sein Blick. Es kostete Luna etwas Überwindung, die Hand auszustrecken und auf den Wolfsarm zu legen. "Syllvren...Kann ich mir Euren Arm ansehen?" Lunas Schwert löste sich in Blitze auf, sodass sie auch die zweite Hand frei hatte, die sie auch sogleich ebenfalls auf den Arm Syllvrens legte. Es war ein seltsames Gefühl, in das schwarze Fell zu fassen. Es war erstaunlich weich. "Bitte Syllvren?"

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 22:22 
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Dunkelelf
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Es war ein unglaublich befreiendes Gefühl gewesen als Syllvren seine Wolfsklaue durch den Körper dieser Spinne gerammt und anschließend ihren Kopf gewaltsam vom Torso abgerissen hat. Die Schmerzen, die der Biss verursacht hatte, waren verklungen und auch von den lähmenden Erscheinungen, welche dieses Spinnengift haben sollte, spürte Syllvren noch kein Stück. Alles, was er spürte war das Verlangen diese Spinnen zu töten, zu sehen, wie die leuchtenden Farben ihrer Körper erlöschen. Ruhig blickte Syllvren die Halbelfe an, er konnte deutlich in den Farben ihrer Aura sehen, dass sie sich für einen Augenblick vor ihm gefürchtet hatte. Was sollte man anders erwarten, immerhin war es das erste Mal, dass er sich seinen Instinkten hingab und einen Teil seiner werwölfischen Gestalt angenommen hatte. Was ihn dann doch überraschte war es, dass die Farben der Furcht sehr schnell wieder verschwanden und etwas anderem wich. Sorge… Sie sorgte sich um ihn. Warum? Warum tat sie das? Hatte sie denn keine Angst vor ihm? Kurz zuckte der Drow zusammen als die warmen Finger ihrer Hand seinen Arm berührten, in sein Wolfsfell fassten. Ein wenig irritiert blickte Syllvren auf, vergaß für einen Augenblick seine mörderischen Gedanken und blickte einfach nur in Lunas Gesicht, welches voller Sorge getränkt war. "Syllvren...Kann ich mir Euren Arm ansehen?" Ihre andere Hand legte sich auf seinen Arm, schien für einen Augenblick durch sein Fell zu streicheln. Warum? Warum schaute sie ihn mit diesem weichen, sorgevollen Blick an? „Warum, Luna?“ Die Mordlust rückte in immer weitere Ferne, die Kälte schwand langsam aus seinen Augen, bis sie völlig entwichen war. „Warum sorgt Ihr euch so um mich?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 22:48 
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Es war sowohl erleichternd für Luna zu sehen, dass die Kälte aus den blauen Augen Syllvrens verschwand, als auch schockierend, dass er wirklich nicht zu verstehen schien, weshalb sie sich um ihn sorgte. War ihm Sorge anderer denn so fremd? Kannte er nur die Furcht und Angst der anderen? „Weil wir Freunde sind“, war die Antwort, die Luna dem Drow gab, ohne groß nachzudenken. Und sie meinte es ehrlich. Syllvren war zwar stets sehr distanziert und kühl, wohl um seine Instinkte zu verbergen, aber Luna mochte diesen Mann. Es war angenehm mit ihm zu reisen, weshalb sie sich plötzlich auch umso schlechter fühlte, verheimlichte sie ihm doch etwas ganz Entscheidendes über sich selbst.
Mit einer Hand strich sie durch das weiche Wolfsfell, sowohl, um sich mit dem Gefühl vertraut zu machen, als auch, um sich abzulenken. Aber es nützte nicht. Luna wurde die plötzlichen Gewissensbisse nicht los. Syllvren würde durch ganz Talath reisen und wenn es sein musste über die Grenzen des Kontinentes hinaus, um die „verschwundene“ Prinzessin zu suchen und das, obwohl jene Prinzessin die ganze Zeit mit ihm reiste. Luna würde diese Tatsache nicht ewig verbergen können und die Reaktion Syllvrens konnte sie sich nur allzu gut vorstellen. Sie nutzte sein Vertrauen aus und er würde zu dem Zeitpunkt der Bekanntmachung vermutlich maßlos von ihr enttäuscht sein. Dennoch - oder gerade deswegen – hatte Luna nicht vor, Syllvren allzu bald von der Wahrheit zu erzählen.
„Wir sind Freunde und Freunde sorgen sich umeinander“, wiederholte Luna, da Syllvren noch nichts erwidert hatte. War es für ihn wirklich so fremd, diese Worte zu hören? Hatte ihm noch nie jemand gesagt „Wir sind Freunde!“? War das einzige, was er zu hören bekam, dass er ein Bastard sei? Ein Monster? Abschaum? Luna verstand allmählich die Angst, die die Leute vor Syllvren hatten. Aber dennoch war er mehr, als nur der Werwolf, den er zu unterdrücken versuchte. Er war ein Drow und er war ein ehrlicher Mann, ein guter Krieger. Ihn nur auf den Werwolf zu reduzieren war falsch von den Leuten. Ganz falsch…

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 23:05 
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Ein warmes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus, durchfloss von dort langsam seinen Körper. „Freunde…“ Es war schon fast ein Flüstern, als Syllvren dieses eine Wort seinen Lippen entweichen ließ. Ein für ihn seit langer Zeit fremdes Wort, dass er schon zulange nicht mehr in den Mund genommen hatte. Und dieses warme Gefühl in seinem Bauch… Es musste mindestens solange her sein, dass er es zuletzt gespürt hatte. Seit er zum Werwolf geworden war hatte er es nicht mehr gespürt, sich an dieser Wärme erfreuen können. Umso schöner war es jetzt, seit langer Zeit wieder dieses wundervolle Gefühl in sich zu haben.
„Weißt du Luna… Irgendwie erinnerst du mich an jemanden, den ich vor langer Zeit… verloren habe.“ Ja, sie ähnelte ihr wirklich sehr – dem kleinen Mädchen mit den silbernen Haaren, mit welchem er in seiner Kindheit sooft gespielt hatte. Syllvrens Blick löste sich von Lunas Gesicht und richtete sich auf die anderen aus ihrer Gruppe. Die Smaragdspinnen wurden von ihnen in Schach gehalten und anscheinend kamen auch keine weiteren mehr von der Decke. Leise Seufzend blickte der Drow auf das Wolfsfell auf seinem Arm und auf Lunas Finger, welche weiterhin unbeirrt durch selbiges streichelten. Innerlich genoss Syllvren es, wie sie ihn streichelte, auch wenn er nach außen diesen Genuss nicht zeigte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 23:26 
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„Das war jetzt aber endlich die letzte verdammte Spinne!“ Harsks Stimme erfüllte die gesamte Höhle. „Wir sollten uns auf den Weg machen, bevor noch mehr von den Mistviechern aus den Tunnel gekrochen kommen!“ Er schnaufte laut und es gab ein unschönes Knacken – er hatte seinen Hammer auf den Kopf einer toten Spinne sausen lassen, stützte sich auf ihm ab und verschnaufte kurz.
Zu gerne hätte Luna Syllvren nach der Person gefragt, an die sie ihn erinnerte, aber jetzt hatten sie nicht mehr die gewisse Privatsphäre, wie noch vor wenigen Sekunden, als der Rest der Gruppe so sehr mit Kämpfen beschäftigt gewesen war, dass niemand von ihnen wohl auch nur daran gedacht hätte, ihnen zu zuhören oder überhaupt bemerkt hätte, dass sie ein Pläuschchen hielten. Luna ließ Syllvrens Arm los und blickte zu ihm auf. „Ich sollte mir den Arm bei Gelegenheit einmal ansehen. Mit einem Smaragdspinnenbiss ist wirklich nicht zu scherzen“, sagte sie und drehte sich zum Rest der Gruppe um. Die Zwerge und Feritas erholten sich für einen Moment von den Kämpfen und so hatte Luna noch einmal Zeit, ihren Blick durch die Höhle gleiten zu lassen. Die Höhle war nun gefüllt von Spinnenleichen, alle von etwa derselben Größe und ungefähr demselben Aussehen. Die Gefahr schien vorerst gebannt. Und dennoch wurde Luna plötzlich unruhig. Es waren so viele Spinnen…Etwas stimmte hier nicht. Luna erinnerte sich daran, einmal gelesen zu haben, dass Smaragdspinnenmännchen sich um ein Weibchen versammelten, und die Männchen, die nicht gerade zur Befruchtung auserkoren und danach gefressen wurden, für den Schutz des Weibchens verantwortlich waren. Es gab immer nur sehr wenige Weibchen in einem Gebiet, sie waren die Königinnen. Größer, giftiger, hungriger, gefährlicher.
„Das hier sind alles Männchen…“, sprach Luna schließlich ihre Gedanken laut aus.
„Ja, und? Was ist so wichtig an dem Geschlecht der Viecher?“, hörte sie Feritas erschöpft schnaufen. Doch Harsk schien ihre Gedanken fortspinnen zu können.
„Wenn das hier Männchen sind…Wo ist dann das Weibchen? Wo ist die verfluchte Königin?!“ Für einen Moment war alles still. Und dann hörten sie das Stampfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 23:42 
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Langsam richtete Syllvren sich auf und blickte in die Richtung, aus der das laute Stampfen kam. Bis vor wenigen Augenblicken hatte Syllvren sich gefragt, worauf Luna und Harsk anspielen wollten, war es doch vollkommen egal, ob diese Spinnen Männchen oder Weibchen waren. Doch als er die tiefroten Umrisse dieser Spinne in der Ferne erspähte wusste er mit einem Schlag, dass es anscheinend doch einen Unterschied machte. Die Spinnenkönigin war um einiges größer als die kleinen Männchen, mit denen sie sich bisher rumgeschlagen haben, ihr Körper war in etwa so groß wie der eines ausgewachsenen Orks. //Also, von diesem Ding will ich auf keinen Fall gebissen werden.// Mit bebenden Schritten näherte sich die riesige Smaragdspinne einem der Zwerge, welcher wie gelähmt auf das riesige Spinnentier starrte. „Bran! Beweg deinen faulen Arsch, sonst wirst du noch zu Spinnenfutter!“ Bran wollte gerade reagieren, als die Spinnenkönigin mit einem grellen Kreischlaut ihre Klaue hinab stieß und den Zwerg mit selbiger erstach, anschließend begann ihn mit ihren Fäden einzuwickeln. „Könnt ihr diese überdimensionale Spinne für einige Augenblicke beschäftigen? Ich bräuchte nämlich etwas Zeit…“, sagte Syllvren und schloss daraufhin seine Augen. Die Arme von sich gestreckt begann er sich zu konzentrieren, woraufhin die Luft um ihn herum zu flimmern begann. „Lenkt diese Bestie bitte zwei bis drei Minuten ab, ich übernehme dann den Rest.“
Wenn er in dieser Zeit seine Aura sammeln würde, so könnte er die Spinnenkönigin mit einem einzigen Schlag vernichten. Bis es jedoch dafür soweit war durfte dieses Vieh keinen Angriff gegen ihn starten. „Kann ich mich auf euch verlassen?“


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BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 00:18 
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Halbelfe
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„Wir machen das schon“, nickte Luna und ging entschlossen auf die Königin zu. In ihrer Hand erschien wieder das Blitzschwert und im selben Moment begannen Blitze dicht um ihre Arme zu wirbeln. „Für Bran!“, rief Harsk wütend, schnappte sich seinen Hammer und stürmte mit den zwei anderen Zwergen auf die Spinne zu. Auf einmal tauchte Feritas an Lunas Seite auf und nickte ihr zu. Sie wirkte erschöpft von den Kämpfen gegen die kleineren Spinnen, aber der hinterlistige Glanz war immer noch nicht aus ihren Augen gewichen. „Du kommst mir besser nicht in die Quere, Feritas“, sagte Luna kühl und erntete dafür ein finsteres Grinsen von Feritas. Die Blutelfe sagte nichts, sondern stürmte stattdessen auf die Spinne zu, gewappnet mit zwei Kurzschwertern. //Auf geht’s!//, dachte Luna, tat es Feritas gleich und sprang mit einem mächtigen Satz auf den Rücken der Spinne.
Der Panzer des Viehs erwies sich als sehr hart. Luna hatte das Gefühl, nur die oberste Schicht mit ihrem Schwert ankratzen zu können. Selbst die Stromstöße schienen die Königin nur geringfügig zu stören. Die Zwerge attackierten von der Seite und von unten und schienen am Bauch der Königin weitaus mehr Erfolg zu haben, als Luna auf dem Rücken. Immer wieder warf Luna einen Blick zu Syllvren, der immer mehr Magie vor sich in seinen Händen ansammelte. Sollte er seinen Zauber fertig aufgeladen haben, würden sie sich schnellstens in Sicherheit bringen müssen.
Plötzlich begann die Königin sich zu schütteln, sie trat zur Seite aus, schnappte nach Feritas und ließ sich auf den Boden fallen, um die Zwerge zu vertreiben. Luna fiel dabei auf den Boden und musste sich schnell zur Seite rollen, um nicht von einem der Beine getroffen zu werden. Anscheinend hatte die Spinne genug von den kleinen „Spielchen“. Und sie schien klug zu sein. Denn kaum hatte sie Feritas, die Zwerge und Luna aus dem Weg geräumt, stampfte sie erstaunlich schnell auf Syllvren zu. Sie schien zu wissen, dass er ihr am gefährlichsten werden würde. „Verdammt…“, knurrte Luna, rappelte sich auf und stürmte waffenlos los, kreuzte den Weg der Spinne und blieb vor ihr stehen. In ihren Händen hatte sie Blitze gebündelt, sie war am ganzen Körper elektrisch aufgeladen. Als die Königin schon gefährlich nahe war, ließ sie sämtliche Energie auf den Kopf der Königin los, die sie in der kurzen Zeit gesammelt hatte. Es war nicht viel, aber es reichte, um die Königin an einem ihrer empfindlichsten Punkte zu verletzen: den Augen. Sie kreischte auf, taumelte rückwärts und schüttelte den Kopf. Das grelle Licht hatte sie sichtlich verwirrt und der Lärm der Blitze tönte wohl immer noch in ihren Ohren. Aber das würde die Königin wohl nicht allzu lange aufhalten. Hoffentlich war Syllvren bald fertig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 10:05 
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Dunkelelf
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Es war schwierig in der momentanen Situation einen ruhigen Kopf zu bewahren und einfach seine Magie zu bündeln. Seine Instinkte schrien wieder förmlich danach diese überdimensionale Spinne in tausend Stücke zu zerreißen, seine Wolfsklaue zuckte hin und wieder wie verrückt. Selbst als die Königin sich auf ihn zu bewegte blieb der Drow einfach stehen, waren es doch nur noch wenige Augenblicke, die ihm noch fehlten. Und Luna sicherte mit ihrem Angriff auch, dass er mit genügend gebündelter Aura bereit war die Königin auseinanderzunehmen. Wie Luft um seine Arme vibrierte heftig, dunkelblau schimmernde Schlieren wirbelten um sie herum. Drei Minuten hatte er nun hier gestanden und die Aura dieses Ortes manifestiert und gebündelt, jetzt hatte er eine so große Menge dieser Magie, dass er ein dutzend der kleinen Smaragdspinnen mit einem Klauenhieb auslöschen konnte – da würde es für eine große dieser Spinnen doch sicherlich reichen. Die Augen von einer Sekunde auf die andere öffnend, schritt Syllvren langsam auf die kreischende Königin zu. Seine Augen strahlten Zuversicht und Stärke aus, von den kalten Emotionen von vorhin fehlte jede Spur. In diesem Moment stand er im Einklang mit seinen Instinkten, welche sich anscheinend schon darauf freuten ein kleines Massaker an dieser Spinne durchführen zu dürfen. „Zieh euch zurück, ich übernehme dieses Ungeziefer!“ Langsam näherte er sich weiterhin der Königin, das Schimmern seiner Arme erleuchtete die Höhle und schenkte Syllvrens gesamten Körper einen unheimlichen Glanz. Er stand unter der Königin, als selbige sich anscheinend von den Nachwirkungen von Lunas Zauber erholt hatte und sich daraufhin auf Syllvren stürzte. Ihre Klaue schnellte herab, allem Anschein nach wollte sie ihn genauso schnell wie Bran umbringen und anschließend für ihre Vorratskammer verpacken. Schlecht für sie, dass sie Syllvren in diesem Moment unterschätzt hatte. Rückartig streckte er seine Wolfsklaue aus, welche nur von dicht gewobener Auramagie umschlossen war, packte die Klaue und brach sie mit einer kurzen Bewegung ab. Grell vor Schmerzen schreiend und blind vor Rage stach sie mit ihrer anderen Klaue nach Syllvren, welcher diesmal einfach ausweichte und auf den Kopf der Königin sprang. „Für Bran…“, hauchte er leise, ehe sich sämtliche Aura um seine Wolfsklaue legte und eine Art zweite Klaue schuf, welches Syllvren daraufhin mit Leichtigkeit durch den dicken Panzer der Spinne rammte, sie mit einem letzten, grellen Aufschrei zu Boden beförderte. Wütend riss er, wie schon bei der anderen Spinne, den riesigen Kopf von ihrem Torso, ehe er seine Klaue zurückzog und von ihrem leblosen Körper sprang – im nächsten Moment auf die Knie sackend und sich den rechten Arm haltend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 11:07 
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Halbelfe
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Ein einstimmiges, erleichtertes Aufatmen machte die Runde, als die Königin tot zu Boden sank. Harsk, Glyr und Maegar legten eine Schweigeminute für Bran ein, aber Feritas drängte zum Aufbrechen. „Wir sollten hier besser verschwinden, bevor noch mehr Spinnen auftauchen. Einem weiteren Angriff sind wir nicht gewachsen!“, sagte sie eindringlich. Zähneknirschend musste Luna der Blutelfe recht geben. Noch einen Angriff würden sie tatsächlich kaum überstehen.
Sie sah Syllvren auf dem Boden knien und sich den Wolfsarm halten. Vor allem er würde einen weiteren Angriff nicht verkraften. Luna trat zu ihm und hockte sich vor ihm hin. „Wir müssen hier weg, Syllvren. Soll ich dir helfen?“ Syllvren wirkte nicht so, als ob er im Moment alleine gehen könnte. Er brauchte eine Pause – und zwar eine lange Pause. Nur das Spinnennest war eindeutig nicht der richtige Ort für eine Rast. Harsk und seine Männer würden bestimmt einen Ort finden, an dem es einigermaßen sicher war. Schließlich brauchten sie alle eine Pause. „Komm, ich helf dir hoch“, sagte sie leise. Luna half ihm hoch, indem sie ihn auf der einen Seite stützte. Er war schwer, aber Luna war fest entschlossen dem Drow zu helfen.
Letzten Endes übernahm Harsk wieder die Führung und rannte schon beinahe die Tunnel entlang, auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz. Feritas und Glyr gingen hinter Luna und Syllvren her, um einen möglichen Angriff aus dem Hinterhalt zu verhindern. Maegar ging vor ihnen. Nach einer gefühlten Ewigkeit führte Harsk sie in eine kleine Höhle, die sicher wirkte, und beschloss, dass sie hier rasten würden. Luna und Syllvren zogen sich in eine Ecke der Höhle zurück und endlich hatte Luna die Zeit, sich die Verletzung an Syllvrens Arm anzusehen. Die Klaue war wieder zu einer normalen Hand geworden, aber Luna merkte, dass sie stark zitterte. Sie war sich nicht sicher, ob das die Auswirkungen des Giftes waren oder der Verwandlung zur Wolfsklaue. Der Spinnenbiss war kaum zu übersehen: der Arm war an der Stelle geschwollen und die Adern zeichneten sich deutlich unter der Haut ab. Da es Luna hier unten allerdings an den richtigen Mitteln mangelte, sie weder ein Gegengift dabei hatte, noch eine ausgebildete Ärztin war, konnte sie kaum mehr tun, als den oberflächlichen Biss mit Magie zu heilen. Das Gift hatte sich schon längst in Syllvrens Körper verteilt und es blieb nur zu hoffen, dass die Dosis nicht allzu stark gewesen war und Syllvren die Vergiftung überstand.

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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 11:43 
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Dunkelelf
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Der warme Strom der Heilmagie erfüllte Syllvrens Körper, breitete sich von der Bisswunde der Spinne durch seinen ganzen Körper aus. Er selbst saß auf dem Boden, hatte seinen Rücken gegen die kalte Felswand der Höhle gelehnt. Noch immer rauschte sein Blut durch die Adern, die Wirkung seiner animalischen Instinkte waren noch immer nicht vollkommen verklungen. Sein Arm hatte sich zurückverwandelt, aber er war sich sicher, dass zumindest in seinen Augen noch der kalten Glanz innewohnte und ihnen somit diesen blutrünstigen Ausdruck verlieh. „Danke noch mal für vorhin, Luna. Hättest du die Königin nicht für die paar Augenblicke bewegungsunfähig gemacht, so wäre es mir doch um einiges schwerer gefallen sie zu töten.“ Seine Augen fixierten ihre Hand, aus welcher weiterhin die Heilmagie ausströmte und langsam seine Hand heilte. Die tiefe Wunde des Spinnenbiss verschwand langsam, neue Haut zog sich langsam an ihre Stelle. Es war faszinierend anzusehen, wie unter Lunas Hand die Wunde immer kleiner Wurde, die Schwellung langsam verschwand und sich eine neue Schicht Haut entwickelte. „Woher hast du dein Wissen um die Heilmagie? Normalerweise beherrschen doch nur Drows aus den höheren Schichten diese Art der Magie.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Antike Minen von Karak Azkar
BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 11:57 
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Halbelfe
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Kaum merkbar zuckte Luna zusammen, als Syllvren seine Frage beendet hatte. Sie wusste, dass sie sich jetzt verraten könnte, wenn sie etwas Falsches sagte. Aber vermutlich verriet ihr Körper sie sowieso mehr, als ihre Worte es je könnten. „Ich…“, sie zögerte. Sie brauchte eine Notlüge. Und zwar schnell. „Ich bin einfach sehr neugierig und bringe mir vieles selbst bei. So auch Heilmagie“, log sie, biss sich unmerklich auf die Lippe und schaffte es nicht, Syllvren anzusehen. //Verdammt…// Es fiel ihr nur so schwer, zu lügen, weil sie Syllvren wirklich mochte und es weh tat, einen Freund anzulügen. Bei einer anderen Person hätte sie ganz anders reagiert, aber jetzt signalisierte ihr gesamter Körper, dass sie eine Lüge erzählte. „Und du musst dich gar nicht bei mir bedanken. Du bist doch derjenige, der mich vorhin sogar zweimal gerettet hat. Ich sollte dir danken“, lächelte sie, den Blick immer noch gesenkt und auf Syllvrens Hand gerichtet. „Wir sollten einen Heiler aufsuchen, sobald wir in den Minen fertig sind. Das Gift ist immer noch in deinem Körper und du brauchst ein Gegengift. Es war unüberlegt von uns, ohne Gegengifte in eine Gegend zu gehen, in denen es von Smaragdspinnen wimmelt“, redete sie weiter und ließ Syllvrens Arm los, als die Wunde vollständig geheilt war.

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