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 Betreff des Beitrags: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 17:01 
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Dunkelelf
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Zu Syllvrens Überraschung war es Still im Gebäude, welches wohl dem Clan der Ingenieure gehört. Kein Geräusch von Hämmern oder irgendwelcher Arbeit, welche verrichtet wurde. Auch war keine Zwergenseele zu sehen. Waren sie hier richtig? „Bran! Glyr! Maegar! Wir haben Besuch!“ Mit der Fläche seines Hammers klopfte er zweimal auf den Boden, ein dumpfes Geräusch erklang dabei. Syllvren blickte sich ein wenig um. Die große Vorhalle war von meisterhafter Baukunst, die Säulen waren aus edlem Granit gehauen, bei genauerer Betrachtung war hier alles aus Granit. „Wenn Ihr es wissen wollt: Dieses Gebäude ist aus einem riesigen Granitblock gehauen worden. Wir Zwerge bauen nicht mit Ziegeln oder ähnlichem – wir zähmen das Gestein und formen aus ihn das, was wir wollen.“ Hinter einigen Säulen traten drei Zwerge hervor, welche einen ziemlich kräftigen Eindruck machten. Ihre Bärte waren lang, entweder zu Zöpfen geflochten oder wild herabhängend. Ihre Gesichter sahen aus, als seien sie grob aus Stein gemeißelt worden. Schwere Rüstung hüllte ihren Körper ein, auf ihrem Rücken hing entweder eine Streitaxt oder ein massiver Hammer. Anscheinend konnte sich Syllvren die Fähigkeiten der drei Zwerge von Harsk ableiten. Fehlte eigentlich nur noch… „Du hast noch zwei elfische Krieger gefunden?“ Eine sanfte, weibliche und warme Stimme zu Syllvrens rechter Seite, nicht weit von ihm entfernt. Eine Gestalt mit länglichen Ohren, eingehüllt in eine dunkelblaue Robe näherte sich der Gruppe. Eine sehr dunkle Haut zeichnete ihr Gesicht ab, ihre schwarzen Haare waren teilweise hochgesteckt, teilweise fielen sie wild ihren Rücken hinab. //Ist das… die Blutelfe?// Misstrauisch musterte Syllvren sie, hatte er die Gestalt einer Blutelfe doch völlig anders im Hinterkopf.


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 17:49 
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Halbelfe
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Als sie die Frauenstimme wahrnahm, wandte Luna ihren Blick von der eindrucksvollen Inneneinrichtung des Gebäudes ab und blickte in die Richtung, aus der die Stimme kam. Etwas veranlasste sie dazu, sich unwillkürlich anzuspannen, als sie die Frau entdeckte. War dies die Blutelfe, von der Harsk gesprochen hatte? Sie hatte etwas Merkwürdiges an sich, das Luna nicht beschreiben konnte. Und es missfiel Luna ein wenig, dass sie den Zwerg dutzte, wobei sie diesen ja kaum kennen durfte. "Du" sagte man nur zu Personen, die einem sehr, sehr nahe standen.
"Ihr müsst die Blutelfe sein, von der Harsk sprach", sagte Luna schließlich und trat auf die Frau zu. Diese lächelte Luna an - es war ein kaltes, linkisches Lächeln, wie Luna fand.
"In der Tat. Es freut mich, dass ich anscheinend nicht die einzige Frau in dieser Gruppe zu sein scheine. Ihr wisst ja gar nicht, was für Fantasien manche Männer entwickeln, wenn sie tagelang nur mit einer einzigen Frau unterwegs sind." War das so? Da schien ja jemand aus Erfahrung zu sprechen. Unternahm diese Frau öfter etwas allein mit Männern? "Mein Name lautet übrigens Feritas." Sie streckte Luna eine Hand entgegen.
"Sehr erfreut. Ich bin Luna", sie ergriff die Hand der Elfe und versuchte freundlich zu lächeln. Sie hatte das Gefühl, dass ihr das gänzlich misslang. "Und dies ist Syllvren", stellte sie nun auch Feritas und Syllvren einander vor. Und wenn sie sich nicht gänzlich täuschte, blitzten Feritas Augen für einen Moment in einem merkwürdigen Glanz auf. Aber das dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde und so glaubte Luna sich getäuscht zu haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 18:43 
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Dunkelelf
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Irgendwie konnte Syllvren seine Augen und Ohren nicht von dem Gespräch zwischen Luna und Feritas lassen. Er konnte es sich nicht erklären, was ihn so an diese Blutelfe… fesselte? Die Art, in welcher sie sich bewegte, ihre weiche Stimme und die Art, wie sie ihn anblickte… Es löste irgendwas in ihm aus, ein merkwürdiges taubes Gefühl, welches sich beim zweiten Nachdenken wie ein Kribbeln anfühlte. Kurz schüttelte Syllvren seinen Kopf, ein kühler Schauer rannte für einen Augenblick über seinen Rücken, ehe er knapp wie immer mit seinen Gegenüber redete. „Erfreut“, sagte er schon beinahe teilnahmslos. Etwas tief in ihm ließ ihn sehr misstrauisch werden, während ein anderer Teil in ihm, von welchem das Kribbeln ausgegangen war, das Gefühl des Missvertrauens abzuschwächen versuchte, ihm einrede, dass er sich diese Dinge nur einbildete und ihr vertrauen konnte.
„Die Freude liegt ganz auf meiner Seite, Syllvren“, säuselte Feritas und legte ein engelsgleiches Lächeln auf. Misstrauisch begutachtete er Feritas für einige Augenblicke, wie gebannt wieder von ihrer Art, ehe er sich mit einem Mal abdrehte und sich einige Schritte von ihr entfernte. Er sollte sich keinen Kopf um solche Dinge machen, eine gefährliche Expedition stand bevor und er müsste irgendwie noch an Informationen über den Verbleib der Prinzessin kommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 19:09 
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Halbelfe
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Luna warf einen Blick auf Harsk, der zu den anderen Zwergen getreten war und eine Karte auf einem Tisch ausgebreitet hatte. Sie schienen sich Gedanken über die baldige Expedition zu machen und nichts von dem Kennenlernen zwischen ihr, Syllvren und Feritas mitzubekommen. Luna blickte wieder zu der Blutelfe und musterte sie skeptisch. Sie war eine schöne Frau, das konnte sie nicht bestreiten. Aber dennoch hatte sie etwas an sich, dass Luna tiefst suspekt war. Etwas an ihr war falsch. Sie wusste selbst nicht, woher dieses Misstrauen kam, aber sie wusste, dass es da war und mit Sicherheit nicht zu unrecht. Aber im Moment war nicht die Zeit, um sich Feinde zu machen. Sie sollte dieser Frau wenigstens eine Chance geben, zu beweisen, dass sich Luna irrte.
"Wenn ich fragen darf, Feritas...Was hat Euch dazu veranlasst, nach Karak Azkar zu kommen? Normalerweise verlassen Blutelfen ihre Heimat nur sehr selten. Oder stammt Ihr etwa aus Kendan?"
"In der Tat stamme ich aus Kendan. Meine Familie lebt dort schon seit Generationen. Eine schöne Stadt, ja. Aber ich hatte den Drang, die Welt zu sehen und mich nicht von den Stadtmauern einpferchen zu lassen. Ich bin nun schon einige Wochen unterwegs und als ich vor kurzem einige menschliche Adelige zusammen mit einer jungen Drow in Funal sah, wurde ich stutzig und bin ihnen gefolgt. Mein Weg führte mich hierher, aber ich fürchte, dass ich ihre Spur verloren habe. Allerdings habe ich in Erfahrung bringen können, dass die Menschen aus Morday stammen. Das war schon sehr merkwürdig...Die Drow schien nur unfreiwillig mit diesen Menschen unterwegs zu sein und die Männer waren auch sehr grob zu ihr. Da muss mehr dahinter stecken."
Aufmerksam musterte Luna Feritas und blickte ihr dann fest in die Augen. Wieso erzählte diese Frau ihnen das alles? So etwas erzählte man doch nicht bereit willig einem Fremden! Außer man war unter Alkoholeinfluss, wie der gute Syllvren es damals gewesen war. Aber Feritas schien äußerst nüchtern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 19:20 
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Dunkelelf
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Syllvren wurde hellhörig als Feritas etwas über eine junge Drow gesprochen hatte. Dark war anscheinend auf ihrer Seite, war dieser Hinweis genau dass, was sie gebraucht hatten. Mit ruhigen Schritten ging Syllvren auf Luna zu, tippte ihr auf die Schulter um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. „Feritas, könntet Ihr Luna und mich für einen Moment alleine lassen?“ Feritas schien sichtlich verwundert über Syllvrens Bitte, jedoch nickte sie schließlich und ging mit einem „Kein Problem, Syllvren“ zu den Zwergen an den Tisch. Syllvren wartete einige Augenblicke bis Feritas außer Hörweite war und sich mit den Zwergen vergnügte, ehe er Luna anblickte. „Auch wenn dieser Hinweis uns weiterhelfen wird, irgendwas in mir sagt, dass diese Blutelfe irgendwas vor hat…“ Syllvren blickte kurz zu Feritas, welche seinen Blick bemerkte und ihm entgegenzwinkerte. Erneut erschauderte Syllvren bei dieser kleinen Geste. Was war nur auf einmal los mit ihm?


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 19:47 
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Halbelfe
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Das Zwinkern Feritas' entging Luna nicht. "Ich denke, Ihr solltet Euch vor ihr in Acht nehmen. Etwas stimmt mit ihr nicht. Ich weiß nur nicht, was es ist...Und denkt Ihr wirklich, dass es die Prinzessin gewesen ist, die Feritas da gesehen hatte?" Allein schon die Tatsache, dass Feritas ungefragt von dieser Beobachtung erzählt hatte, machte Luna misstrauisch. Dass es für Syllvren dann auch so aussehen musste, als ob Feritas die Prinzessin gesehen hatte, machte die Sache nicht unbedingt besser. Es konnte natürlich auch sein, dass Luna da zu viel hinein interpretierte, aber sie würde auf jeden Fall wachsam bleiben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 19:55 
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„Es ist nicht auszuschließen und die einzige Spur, die wir momentan haben. Vielleicht meint es Dark gut mit uns.“ Syllvren blickte immer wieder kurz zu Feritas, es war schon merkwürdig, warum sein Körper die ganze Zeit Dinge tat, die er sonst doch nicht machte. Diese Blutelfe war beinahe wie ein starker Magnet, welcher ihn als ein Stück Eisen unaufhaltsam anzog. „Und ich gebe Euch Recht mit Feritas. Irgendwas in mir schlägt Alarm bei ihr…“ Nur hatte er langsam das Gefühl, dass er zuviel reininterpretierte, so wurde diese Stimme auch langsam leiser zu hören. Seufzend blickte sich Syllvren um. Seine Augen erspähten nirgendwo eine Sitzgelegenheit oder einen Ort, wo er sich für einige Augenblicke zumindest ausruhen konnte. Nach dem Fußmarsch wollte er einfach nicht mehr stehen. „Denkt Ihr, es gibt hier irgendwo einen Ort, wo ich einen Augenblick meine Füße schonen kann?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 20:15 
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Luna hob abwehrend die Hände. "Ich bin auch gerade erst hier angekommen, falls Ihr euch daran noch erinnert. Wir sollten Harsk nach einem Raum fragen, in dem wir uns ausruhen können. Der Start der Expedition kann auch bis morgen früh warten", fand Luna und setzte ihren Vorschlag auch sogleich in die Tat um. "Harsk?", sagte sie, nachdem sie zu dem Zwerg getreten war. Dieser drehte sich um und blickte sie abwartend an. "Entschuldigt bitte die Störung, aber Syllvren und ich würden uns gerne für einige Stunden ausruhen. Wir waren schließlich sehr lange unterwegs gewesen. Gibt es einen Raum, in den wir gehen können?"
"Lasst mich kurz nachdenken", antwortete der Zwerg und schien in Gedanken die Zimmer des Gebäudes durch zu gehen. "Ja, es gibt tatsächlich einen Raum, in dem ihr etwas Ruhe haben könntet. Ein Aufenthaltsraum, der zu dieser Zeit eher leer sein dürfte. Ich führe euch hin!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 30. Mai 2011, 20:24 
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Dunkelelf
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Harsk führte die zwei Gefährten an einigen Säulen vorbei zu einem Raum, der sich von der Eingangshalle wirklich abhob. Hier war nicht alles aus Stein, mehrere Sessel, Stühle und zwei große Sofas standen hier rum, luden gerade dazu ein wenig in ihnen auszuruhen. Dankend nickte Syllvren zu Harsk und ging zielstrebig auf einen der Sessel zu, setzte sich sogleich in ihn. Es war eine Wohltat sich jetzt einfach zurücklehnen zu können und Energie zu sammeln. Seine Füße legte er auf einen Hocker, der vor dem Sessel stand. Ein wohliges Seufzen entglitt ihm, während er seinen Kopf in das weiche Polster legte und seine Augen schloss. Die äußeren Geräusche verblassten langsam, er hörte nur noch seinen regelmäßigen Atemzug, seinen Herzschlag und das Blut, was durch seinen Körper rauschte. So entspannte sich sein Körper nach kurzer Zeit und schickte Syllvrens Gedanken auf eine weite Reise, damit er eindösen konnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 15:25 
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Halbelfe
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Luna saß auf einem Sessel gegenüber von Syllvren. Und obwohl sie selbst ebenfalls sehr erschöpft war, gelang es ihr nicht die Augen zu schließen und sich zu entspannen. Sie wusste nicht weshalb, aber sie spürte noch immer den Blick Feritas' in ihrem Nacken - Hinterlist und Tücke verborgen hinter einem freundlichen Lächeln. Lunas Gefühl sagte ihr, dass sie wachsam bleiben musste, wenn sie mit dieser Feritas unterwegs war. Und es überraschte sie durchaus, dass Harsk ihr zu vertrauen schien. Er hatte nicht den Eindruck auf sie gemacht, leichtgläubig oder unachtsam zu sein. Luna seufzte. Vielleicht steigerte sie sich da auch nur in irgendetwas hinein. Aber dennoch...sie hatte das Gefühl, dass etwas faul war an Feritas Auftauchen und Syllvrens Verhalten bestätigte ihr Gefühl auch. Zum einen sagte er, dass er ihr ebenfalls misstraue, aber jedes Mal, wenn er die Blutelfe anblickte, konnte er seinen Blick für einige Momente nicht mehr von ihr losreißen und in seinen Augen funkelte eine gewisse Faszination oder Neugier. Und nun saß er auf diesem Sessel Luna gegenüber und döste vor sich hin. Anders als bei ihr schien bei ihm die Müdigkeit seine Sorgen zu überwiegen. Wenn es ihr doch nur auch so einfach fallen würde, einzuschlafen...

"Luna, wacht auf!", hörte sie jemanden sagen. Jemand legte eine Hand auf ihre Schulter und rüttelte sie leicht. "Mhm...Was...?" Verschlafen öffnete Luna die Augen und blickte in ein Paar eisblauer Augen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 12. Jun 2011, 16:32 
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Dunkelelf
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„Ihr seit auch wirklich eine Schlafmütze“, murmelte Syllvren und blickte in das verschlafene Gesicht der Halbelfe. „Es ist schon spät und die anderen wollen aufbrechen.“
Er selbst wusste nicht genau, wie lange er selber geschlafen hatte, gab es unter der Erde doch keine Anhaltspunkte zur Bestimmung der Zeit, jedoch musste er mindestens eine Stunde vor Luna aufgewacht sein. Harsk, Feritas und die drei anderen Zwerge des Clans, welche die Namen Bran, Glyr und Maegar trugen, hatten zu dieser Zeit bereits alles für die Expedition vorbereitet, sodass es nur noch an der Halbelfe und dem Drow hang, wann sie losziehen würden. Da die schlafende Luna so einen friedlichen Eindruck in ihrem tiefen Schlummer gemacht hatte, ließ Syllvren sie noch etwas schlafen – nun wurden die drei Zwerge aus der Gruppe ein wenig ungeduldig, sodass Syllvren einfach beschlossen hatte, seine Gefährtin aus ihrem Schlaf zu wecken. Syllvren schritt auf den Sessel zu, in welchem er sich erholt hatte und griff nach seinem Helm aus Nachtstahl, welchen er daraufhin direkt über seinen Kopf zog. Ein kurzer Schauer glitt durch seinen Körper, als die Bannmagie, mit welcher der Helm belegt war, auf seinen Körper übergriff und den kleinen Teil der werwölfischen Instinkte, die aus ihrem Gefängnis entflohen waren, wieder einsperrte. Mochte die Bannmagie dafür sorgen, dass seine animalischen Instinkte, die in seinem Innersten schlummerten, unterdrückt werden, so war es doch an manchen Tagen für den Drow deutlich spürbar, dass sein Blut in Wallung geriet und der Wunsch nach Blut seinen Körper erfüllte. Anfänglich fiel ihm noch relativ schwer sich gegen dieses brennende Verlangen zu wehren und nicht gleich von einem Moment auf den anderen das Blut eines Unschuldigen zu vergießen, doch inzwischen schien er in der Lage zu sein, seine Instinkte zu zähmen. Allein hierfür erhielt er regelmäßig Aufträge jemanden hinzurichten oder einen Dämon von außerhalb zur Strecke zu bringen. Jedoch… Seitdem die Prinzessin nun verschwunden war, hatte er keinen einzigen Tropfen Blut vergossen, was den gierigen Instinkten tief in ihm natürlich nicht gefiel. //Ich muss aufpassen!// Er durfte nicht zulassen, dass seine Instinkte wieder zu stark wurden – denn trotz aller Kontrolle, die er inzwischen über sie hatte, wusste er gut genug wie gefährlich es war, wenn sein Verstand unter den Einflüssen von ihnen stand.
Eine Hand legte sich auf Syllvren Schulter, das Geräusch eines leisen Gähnens drang in seine Ohren. Kurz huschte ein Grinsen über die Lippen des Drow, welches jedoch nach einem Sekundenbruchteil wieder verschwunden war. „Seit Ihr immer noch müde? Dabei habe ich Euch schon so lange schlafen lassen.“ Den Kopf nach hinten drehend blickte Syllvren in die zwei smaragdgrünen Augen der Halbelfe, die sich direkt mit seinen Augen trafen. Einige Momente verblieben sie regungslos, ehe Luna blitzschnell einen Ellenbogen in seine Seite stieß – nicht mit voller Kraft, aber stark genug, damit Syllvren für einen Augenblick die Luft wegblieb. „Wenn hier wohl jemand eine Schlafmütze ist, dann seit Ihr das.“ Ganz deutlich vernahm er ein Seufzen ihrerseits, worauf die Berührung ihre Hand an seiner Schulter verschwand. „Ich wäre dann bereit zum Aufbruch.“
„Hm.“ Syllvren nickte einmal, richtete sich wieder auf und schritt an Luna vorbei, direkt in die Eingangshalle, in welcher die vier Zwerge und Feritas auf sie warteten. „Wir wären dann soweit“, sprach Luna leise, worauf Harsk seinen Hammer über die Schulter schwang und mit einem breiten Grinsen die Tür öffnete. „Dann lasst uns aufbrechen, die alten Mienen warten auf uns!“
--->Antike Mienen von Karak Azkar


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 5. Apr 2012, 19:05 
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Halbelfe
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Es dauerte eine Weile, ehe Luna und Syllvren das Clangebäude der Ingenieure erreicht hatten. Nur vage konnten sie sich an seine Lage erinnern, so mussten sie sich ein wenig bei den Zwergen durchfragen, welche nun in rauen Mengen die Straßen der Zwergenstadt bevölkerten. Erstaunt hatte sich Luna an ihren letzten Besuch in Karak Azkar erinnert – damals waren nicht einmal halb so viele Zwerge zu sehen gewesen. In den wenigen Monaten, die seit ihrem Besuch vergangen waren, hatte sich hier eindeutig vieles geändert.
So auch am Clangebäude selbst. Es war deutlich herausgeputzt, erstrahlte in einem undefinierbaren Glanz und war stolz mit den claneigenen Insignien verziert – es waren dieselben Symbole, die ihnen bereits auf dem Weg zur Stadt und am Eingangstor aufgefallen waren. Nun erinnerte sich Luna wieder an etwas – dadurch, dass es die Expedition der Ingenieure gewesen war, die den Golem beseitigt hatte, durften die Ingenieure den neuen König stellen. Anscheinend hatte das auch funktioniert.
Anders als bei ihrem vorherigen Besuch des Gebäudes, waren nun einige Wachen davor platziert und überwachten mit strengem Blick das Ein- und Ausgehen durch das Tor. Als Luna und Syllvren sich näherten, versperrten ihnen die Soldaten den Weg.
„Was wollt Ihr, Oberweltlter?“, fragten sie ein wenig mürrisch.
„Wir wollen zu einem Mann namens Harsk. Wir sind Freunde von ihm“, antwortete Luna, doch daraufhin wurden die Gesichter der Zwerge nur noch misstrauischer.
„Beweist es.“
Verwirrt blickten Luna und Syllvren sich an. Was war hier denn los, dass sie das Gebäude nicht betreten durften?
„Wie sollen wir das denn beweisen? Nun gut, unsere Namen lauten Luna und Syllvren. Sagt ihm, wer wir sind und ihr werdet schon sehen, ob er uns wirklich kennt oder nicht.“ Einer der Zwerge verschwand daraufhin im Clangebäude, während der andere sie skeptisch anblickte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 6. Apr 2012, 11:02 
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Dunkelelf
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Einige Minuten vergingen, ehe das Scheppern einer schweren Rüstung immer lauter wurde. Die Wache, welche sich bei Harsk erkundigt hatte, stand bereits wieder auf seinen Posten, blickte aber weiterhin noch misstrauisch in Richtung der beiden Elfen. Schließlich verließ ein weiterer Zwerg das Gebäude, dessen Gesicht dem Drow schon bekannter vorkam.
„Bei Hrothgar’s Barte! Mit euch hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.“ Der Wandel der Stadt war anscheinend auch nicht an Harsk vorbeigegangen. Sein langer Bart war inzwischen zu einem gepflegten Zopf geflochten worden und die schwere, goldene Rüstung war auf Hochglanz poliert. Nur sein Streithammer, den er stets bei sich führte, war derselbe geblieben. Was aber dem Drow noch mehr erstaunte, war die juwelenbesetzte, goldene Krone, die aus seinem Haupt emporragte.
„Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass wir euch nun mit dem Königstitel ansprechen müssen“, grinste Syllvren. Also war es nun Harsk, den der Clan als Thronfolger stellte. Sicherlich eine weise Wahl für Karak Azkar. Der Zwerg besaß Charakterstärke, einen eisernen Willen und war mehr als nur Zuverlässig. Der optimale König.
„Lasset die Formalitäten beiseite. Kommt doch einfach rein. Den Anlass eures Besuches können wir im Gebäude in aller Ruhe besprechen.“ Ohne lange zu zögern setzte sich Syllvren in Bewegung und trat in das Clangebäude ein. Auch innerlich hatte sich einiges verändert. Alles erschien im Vergleich zum letzten Besuch viel edler. Harsk führte sie zu einem großen Raum. Ein langgezogener Tisch stand in seiner Mitte, an welchem viele Zwerge Platz finden würden. Harsk setzte sich direkt an das vordere Ende, während Syllvren und Luna die Plätze zu seinen Seiten einnahmen.
„Was führt euch nun genau nach Karak Azkar. War eure Suche erfolgreich gewesen?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 6. Apr 2012, 12:36 
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„Nun.. Das ist eine etwas längere Geschichte“, begann Luna, nachdem sie kurz einen Blick mit Syllvren gewechselt hatte. Dann versuchte sie so knapp wie möglich die wichtigsten Ereignisse der letzten Monate zusammen zu fassen und endete mit der erneuten Flucht aus Kendan. Harsk konnte sich an vielen Stellen ein Lachen nicht verkneifen und sah sichtlich amüsiert aus, als Luna geendet hatte.
„Soso, da habe ich also die flüchtige Prinzessin der Drow inklusive ihres verbotenem Geliebten an meinem Tisch sitzen“, lachte Harsk gut gelaunt. „Bei Hrothgar’s Barte, was habt ihr beide euch nur dabei gedacht? Sollten die Drow euch erwischen, wird das zumindest für Euch, Syllvren, nicht grad erfreulich ablaufen. Aber gut, ihr könnt gerne eine Weile hier in Karak Azkar bleiben und euch weiter überlegen, wo ihr hingehen wollt“, nickte Harsk und erklärte sich auch bereit, sie als Gäste im Ingenieurgebäude aufzunehmen.
„Vielen Dank, Harsk. Aber sagt, Syllvren und ich waren die letzten zwei Monate über recht abgeschnitten vom Rest der Welt. Ihr könnt uns nicht zufällig sagen, wie es im Rest der Welt momentan zugeht? Ich würde gerne wissen, ob es irgendwelche Schwierigkeiten in den Städten auf der anderen Seite des Kontinentes gibt, die wir meiden sollten.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Clangebäude der Ingenieure
BeitragVerfasst: 7. Apr 2012, 14:37 
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Dunkelelf
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„Hier unter der Erde erfährt man auch nicht wirklich viel davon, was die Menschen oberhalb für einen Mist verzapfen. Aber es gibt wohl eine Sache, die euer Interesse wecken könnte. Gwarr!“ Kaum hatte Harsk den Namen gerufen eilte ein junger Zwerg in das Zimmer, verneigte sich vor dem Zwergenkönig.
„Ja euer Exzellenz? Womit kann ich euch dienen?“
„Sei so lieb und hol die Schriftrolle, welche uns aus Morday gesandt wurde.“
„Zu Befehl!“ Ohne eine Sekunde zu warten eilte Gwarr wieder aus dem Raum. Syllvren blickte in der Zwischenzeit etwas fragend zu Harsk. Eine Schriftrolle aus der Hauptstadt der Menschen?
„Eine Nachricht aus Morday? Was veranlasst die Menschen dazu den Zwergen eine Nachricht zu schicken? Eine Kriegserklärung?“ Harks lachte laut auf und brauchte einige Zeit, um sich schließlich wieder zu beruhigen.
„Die Menschensöhne würden es nicht einmal wagen Karak Azkar anzugreifen. Wir sind der zentrale Punkt zwischen Cýron und Amrûn. Ein Krieg würde nur dazu führen, dass das Gebirge für Menschen unpassierbar werden würde. Sie würden sich somit ihr Schwert in den eigenen Leib rammen.“
Gwarr kam wieder in den Raum gelaufen, kniete sich neben Harsks Stuhl nieder. In seinen Händen lag die Schriftrolle, welche er besorgen sollte.
„Hab vielen Dank, Gwarr“, sagte Harsk und nahm das gerollte Pergament an sich. Seine Finger öffneten das rote Band, welches einfach um die Schriftrolle gebunden war. Kurz räusperte er sich und begann die Worte auf der Rolle vorzulesen.
„Euer Hoheit, ich überbringe die Nachricht, dass der Menschenkönig Falran von Morday gestürzt worden ist. Es gab anscheinend einen Militärputsch, hat sich ein gewisser General Arwgom zum neuen König ausgerufen. Ich werde die Lage weiterhin beobachten und euch weiterhin auf dem Laufenden halten.“ Seufzend legte Harsk das Pergament auf den Tisch, streichelt mit seiner Hand durch seinen zum Zopf gebundenen Bart.
„Diese Nachricht habe ich am vorgestrigen Tag von einem Boten erhalten. Mir persönlich gefällt es überhaupt nicht, dass der König auf diese Weise aus seinem Amt enthoben worden ist. Die Übergangsregierung des Zwergenreiches, welches vor meinem Amtsamtritt um die politischen Aspekte gekümmert hatte, führte gute Beziehungen zu König Falran. Aber dass jetzt ein General über die Menschen zu herrschen scheint ist eindeutig kein gutes Zeichen…“
Syllvren gefielen diese Ereignisse überhaupt nicht. Es war wirklich kein gutes Zeichen, dass in Morday geschehen war. Irgendetwas setzte sich in Bewegung, was weitreichende Auswirkungen auf Talath haben könnte. Begonnen mit dem Anschlag auf einen der königlichen Berater, bis hin zu diesem Militärputsch. Besonders letzterer stimmte Syllvren nachdenklich. Er hatte in seiner freien Zeit die Geschichte einiger Völker studiert und im Verlauf des letzten Jahrtausends gab es nie einen Aufstand. Der König stammte stets aus derselben Blutslinie und niemand hatte es je gewagt einen Aufstand zu starten. Warum also ausgerechnet nun?


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