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 Betreff des Beitrags: Vor dem Haupttor
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 16:56 
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Dunkelelf
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Wenn Syllvren zurückdachte war es doch eine weise Entscheidung gewesen, dass sie die Elfenwälder durchquert hatten. Es war natürlich kein schönes Erlebnis gewesen, von den Bäumen scheinbar ständig angegriffen worden zu sein, aber im Vergleich zu dem, was sie in den letzten knapp zwei Wochen ertragen hatten, war es eine Wohltat gewesen. Die Sümpfe waren wohl die schlimmste Gegend in Talath und übertrafen selbst die Höhlengewölbe Barak Dins mit ihrem Gestank. Selbst eine Horde ungewaschener, ausgewachsener Orkkrieger roch im Vergleich zu den Sümpfen wie eine frische Frühlingswiese. Wären die Dämonen nicht gewesen, die sie auf ihrer Reise aus diesen modernden Wassern des Öfteren überrascht hatten, wäre er wahrscheinlich wahnsinnig geworden. Und so etwas lag direkt neben den Elfenwäldern, welche ja bekanntlich die reinste Gegend Talaths waren. Irgendwie verwunderlich, dass die Waldelfen nichts gegen die Sümpfe taten. Aber gut, sie kuschelten auch mit ihren Bäumen und beteten sie an. Was konnte man denn da großes erwarten?
Als sie die Sümpfe schließlich hinter sich lassen konnte, mussten Luna und Syllvren beide feststellen, dass sie den Geruch der Sümpfe weiterhin mit sich trugen. Denn auch wenn ihre Nasen inzwischen ein wenig gegen den Gestank abgestumpft waren konnten sie weiterhin den penetranten Geruch wahrnehmen, der sich ihrer Kleidung angeheftet hatte. Der Sumpf war so gesehen noch gegenwärtig, selbst als sie ihn verlassen hatten. Gut, dass die Silhouette Mordays bereits am Horizont zu sehen war. Die Hauptstadt des Reiches der Menschen, über welche sich die große Sturmfeste erhob, in welcher sich der König der Menschen aufhielt. Bisher hatte er nur Bilder dieser gewaltigen Feste gewesen. Sie war bei weitem nicht so prachtvoll wie die Schattenspitze oder der Palast der Waldelfen in Nezawidh, löste aber allein durch ihre Massivität und Größe ein Gefühl der Ehrfurcht aus.
Syllvren kannte die Geschichten über die Hauptstadt der Menschen. Einst war sie eine einfache Außensiedlung der Elfen gewesen, die ihnen direkten Anschluss an das Meer ermöglichte. Als die Menschen jedoch den praktischen Nutzen der kleinen Insel, auf welcher Port Narney erbaut worden war, entdeckten, vertrieben sie die Elfen aus der Gegend und bauten an dieser Stelle ihre zukünftige Hauptstadt. Wenn es eines Tages also zu einem Krieg gegen die Menschen kommen sollte, würde hier wohl die entscheidende Schlacht stattfinden, die zum Untergang der Menschen führen würde – wenn es denn jemals zu einem solchen Krieg kommen sollte…
„Wir sollten in der Stadt direkt nach einer Unterkunft Ausschau halten. Wenn ich noch eine Sekunde länger diesen Gestank in der Nase habe werde ich noch verrückt!“ Syllvren schnaubte kurz und ließ seinen Blick die hohe Stadtmauer entlang gleiten. Ebenso massiv wie die Feste waren sie gebaut und waren sicherlich in der Lage einem Belagerungsangriff für einige Zeit standzuhalten. Einige Ballisten und Steinschleudern waren in regelmäßigen Abständen auf der Mauer angebracht. Auch, wenn der Architektur nicht sein größtes Interesse galt, beeindruckte ihn diese Befestigungsanlage.
Schließlich hatten sie das Haupttor der Stadt erreicht. Zwei Wachen standen an der Seite und hatten schon vor einiger Zeit, als sie in Sichtweite gekommen waren, ihre Blicke auf sie gerichtet. Kein Wunder, war es doch selten einen Drow außerhalb von Kendan anzutreffen. Noch seltener war es daher, einen Drow vor den Toren von Kendan zu sehen. Es sei denn, ein Sklavenhändler war in seiner Nähe und er lag in Ketten. Hoffentlich hatten sie keine strickten Befehle nur Menschen in die Stadt zu lassen. Immerhin war ja allgemein bekannt was Menschen von anderen Rassen hielten. Was aber auch immer sein sollte: Das Reden würde er Luna überlassen. Erst, wenn einfache Worte nicht ausreichten, würde er einschreiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Vor dem Haupttor
BeitragVerfasst: 30. Mär 2012, 17:24 
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Halbelfe
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Es war eine unheimliche Erleichterung gewesen, die Sümpfe endlich hinter sich zu lassen. Weit und breit kein Stückchen Zivilisation, keine Abwechslung in der Vegetation – jeden Tag sah das Auge nur dieselbe triste und stinkende Umgebung. Jetzt die Mauern Mordays vor sich zu sehen verursachte ein wunderbares Gefühl der Erleichterung in Luna. Es war nicht so, dass ihr die Reise allein mit Syllvren nicht mehr gefiel und sie unbedingt andere intelligente Lebewesen sehen wollte – so langsam musste sie sich selbst sogar zugeben, dass sie die Wanderungen mit Syllvren sehr genoss; vielleicht ein wenig zu sehr. Aber sie hatte ihre Gründe endlich wieder eine richtige Stadt sehen zu wollen: frisches Essen, ein warmes Bad, ein weiches Bett.
Ihr einziges Hindernis zu diesen Dingen waren diese zwei Wachen, die vor dem Tor positioniert waren und sie unentwegt anblickten. Zielstrebig trat Luna auf die beiden Männer zu und blickte kurz zwischen ihnen hin und her. Bisher machten sie keine Anstalten sie der Stadt zu verweisen und auch der Gestank schien ihnen nichts auszumachen – kein Wunder, denn sämtliche Reisende mussten die Sümpfe durchqueren und trugen wohl jenen Geruch an sich. Die Wachen Mordays waren wohl bereits an diese Gerüche gewöhnt.
„Was ist Euer Begehr in Morday?“, fragte schließlich eine der Wachen.
„Wir sind auf der Durchreise und wollen unsere Vorräte aufstocken, sowie uns ein wenig ausruhen“, erwiderte Luna. Wieso mussten Wachen auch immer diese lästige Frage nach dem Begehr stellen? Luna fiel auf, wie die Wachen einen Blick auf Syllvren warfen, welcher ein Stück hinter Luna stand. „Wir werden keinen Ärger machen“, fügte sie also hinzu.
Die Wachen nickten. „Das wäre Euch auch zu raten. Treten ein.“
Das Tor öffnete sich und die Sicht auf eine der Hauptstraßen Mordays wurde frei. Luna und Syllvren traten durch den Eingang und machten sich zielstrebig auf die Suche nach einem günstigen Gasthaus.
---> Zum rostigen Ritter

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