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 Betreff des Beitrags: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 09:18 
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Dunkelelf
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Abgestandene, stickige Luft waberte ihm entgegen, als er das Wirtshaus betreten hatte. Es roch nach Rauch, Schweiß und etlichen anderen Gerüchen, welche er nicht auseinanderhalten konnte. Das Wirtshaus war bis auf den letzten Tisch besitzt, ein starkes Stimmengewirr hatte es durchsetzt. Der Wirt kassierte gerade bei einem älteren Mann, welcher alleine an einem Tisch, abgeschieden von allen anderen Tischen, saß. Syllvren zögerte nicht lange und schritt auf den Tisch zu, alle die Blicke, die auf ihm lagen, ignorierend. Natürlich würde er diesen voreingenommenen Menschen gerne zeigen, dass sie einen gewissen Respekt vor ihn haben sollten – Trotz allem strahlte seine Aura nun mal etwas aus, was auf sämtliche Lebewesen negativ einwirkte. Nur die wenigstens Menschen, gar Drows, konnten etwas wie Sympathie oder Interesse für Syllvren entwickeln.
Schließlich hatte der Dunkelelf den Tisch erreicht und setzte sich, ohne auch nur zu fragen, auf den freien Stuhl. Sofort erntete er einen verachtenden Blick des alten Mannes, ehe er eine Zigarre aus seiner Tasche nahm und selbige sogleich anschnitt.
„Was willst du, Schattenpack?“
Schattenpack… Ja, so worden die Dunkelelfen von den Menschen Talaths genannt. Allgemein hatten die Menschen andere Rassen abgewiesen und niedergemacht. Drows, Hochelfen und Zwerge konnten nur innerhalb ihres Regierungsgebietes frei leben, in den Städten oder auf den Handelsrouten der Menschen mussten sie mit überteuerten Preisen und Wegzollen rechnen. Und obwohl ihre Lebensspanne der eines Elfen lange nicht das Wasser reichen konnte, waren sie auf der größten Fläche des Kontinentes vertreten.
„Bist du taub?“ Die Stimme des Mannes brachte Syllvren in die Realität zurück.
„Haben sie etwas von einer Gruppe gehört, die Interesse an der Entführung der Königstochter haben könnte?“, fragte Syllvren und blickte den alten Mann kühlen Blickes an. Dieser paffte nur ein paar Mal an seiner Zigarre und bließ den kratzigen Rauch in das Gesicht des Drows.
„Gehört nicht, jedoch bin ich mir sicher, dass es viele Leute gibt, die ein solches Interesse verfolgen könnte. Ich hätte auch kein Problem, wenn das Königshaus von euch Schattenpack ein Mitglieder verliert.“ Der Mann stand auf, nahm eine Zeitung, die sorgfältig gefaltet auf dem Tisch lag, in die Hand und blickte noch einmal zu Syllvren. „Ein kleiner Rat noch: Such dir jemanden anderen, den du ausfragen willst. Kein normal denkender Mensch wird anders denken als ich.“ Erneut wurde Syllvren von einer Wolke dieses ekelriechenden Rauches eingehüllt, welche er auch ungewollt einatmete. Sofort kratzte er in seinem Hals und regte ihn zum Husten an. Als er wieder aufsah war der Mann verschwunden. Von den Menschen konnte sich Syllvren also keine Hilfe versprechen…


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 18:22 
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Halbelfe
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Es war ein normaler Abend gewesen. Luna hatte sich an die Theke gesetzt und trank ein kühles Bier, die an ihr haftenden Blicke ignorierend. Es war schon beinahe langweilig. Die Männer erzählten keine unterhaltsamen Geschichten, rückten an diesem Abend auch nicht mit geheimen Peinlichkeiten raus. Nichts, was Luna wirklich beschäftigen konnte. So kam es, dass Luna nach einiger Zeit lustlos auf ihrem Hocker saß und mit dem Finger am Rand des Bierkruges entlang fuhr. Doch dann passierte plötzlich etwas, das ihre Aufmerksamkeit weckte. Sie hörte, wie die Tür zur Kneipe geöffnet wurde und augenblicklich alles für einen Moment still wurde. Sie hörte einiges Getuschel, abschätzige, gar verachtende Bezeichnungen. Dann, nach und nach, widmeten sich die Menschen wieder ihren ursprünglichen Gesprächen. Doch Luna hatte sich umgedreht und war mit den Augen der Person gefolgt, die alle Menschen für einen Moment zum Schweigen gebracht hatte. Der Person, die eine interessante, leicht fremdartige, mächtige Aura ausstrahlte. Der Person, die augenscheinlich fehl an diesem Ort zu sein schien. Ein Drow.
Kurz überlegte sie. Einen Drow außerhalb Kendans zu treffen war sehr, sehr selten. Das hieß vermutlich, dass Salomé bereits jemanden losgeschickt hatte, der nach ihr suchte. Aber weshalb so schnell? Salomé kannte ihre Tochter doch! Natürlich gefiel es der Königin nicht, dass Luna andauernd ausriss, aber dennoch wusste sie, dass Luna diese Erfahrungen außerhalb Kendans brauchte, sollte sie ja selbst eines Tages über die Dunkelelfen herrschen. Und eine Königin ohne jegliches Wissen über die Außenwelt war eine beeinflussbare, schwache Königin.
Der Drow war mittlerweile aufgebrochen und ging von Tisch zu Tisch und fragte die Männer etwas. Sie alle gaben ihm nur eine barsche Antwort, rümpften die Nase und beleidigten ihn. Es stand eindeutig fest, dass dieser Elf keine Informationen von den Menschen erhalten würde. Schließlich setzte er sich an einen leeren Tisch. Ein wütender Ausdruck zuckte immer wieder über sein Gesicht.
Luna zögerte einen Moment. Wenn sie zu ihm gehen würde, könnte sie Gefahr laufen, erkannt zu werden. Doch so oft sie alle Gesichter durchging, die sie kannte, das Gesicht dieses Drow kam darunter nicht vor. Ihre Mutter achtete sehr darauf, wer Luna zu sehen bekam und wer nicht. Den Grund dafür wusste Luna nicht, sie wusste nur, dass es recht ungewöhnlich war, dass die Königin die Prinzessin dem Volk vorenthielt. Luna war sich sicher, dass es nicht daran lag, dass sie nur eine Halbelfe war. Salomé schämte sich nicht für ihre Tochter und ihre damalige Liebe zu einem Menschen. Aber da war etwas, dass Salomé ihr verheimlichte. Da dieser Umstand allerdings bedeutete, dass sich Luna recht ungehindert und unerkannt durch Kendan bewegen konnte, war ihr das sogar ganz recht.
Schließlich gab sie sich einen Ruck, stand auf, nahm ihren Krug und ging zu dem Tisch, an dem der Drow saß. Abseits der anderen Menschen, in einer eher dunklen Ecke. Sie stellte den Krug lautlos ab und setzte sich auf den Stuhl gegenüber des Drow. Dann stützte sie ihren Ellenbogen auf den Tisch und ihr Kinn auf ihrer Hand. "Man sieht nicht oft einen Drow außerhalb der Mauern Kendans. Darf man fragen, was Euch nach Sangea geführt hat?"


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 18:58 
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Dunkelelf
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„Befehle der Königin“, erwiderte Syllvren knapp. Es verwunderte ihn, dass eine junge Frau ihn hier in dieser Kneipe so einfach ansprach und dann auch noch einen Bierkrug mit sich trug. Waren die Menschenfrauen nicht für Haus und Familie zuständig? Da konnte doch etwas nicht stimmen. Der Drow musterte die junge Frau vor sich. Auf den ersten Blick waren nur ihre silbrigen Haare ein wenig auffällig, wies der Rest ihres Körpers doch auf menschliche Herkunft her. Grüne Augen blickten ihm entgegen, welche ihn unweigerlich an Smaragde erinnerten. Und erst als er sich ein wenig konzentrierte und ihre Aura wahrnahm, fiel es ihn wie Schuppen von den Augen – Sie war eine Halbelfe, dunkelelfischer Abstammung. Warum waren ihm diese Unregelmäßigkeiten ihrer Aura nicht sofort in die Augen gesprungen? Was aber in seinen Augen noch merkwürdiger erschien war die Tatsache, dass ihm diese Aura merkwürdig bekannt vorkam…
Syllvren machte den Wirt auf sich aufmerksam, bestellte ebenfalls ein großes Bier. Es konnte kein Zufall sein, dass ihm diese Aura bekannt vorkam, war jede Aurasignatur doch einmalig.
„Ich hätte vorher eine kleine Frage an euch…“ Der Wirt hatte den vollen Bierkrug auf den Tisch gestellt, ein wenig des weißen Schaums schwappte über den Rand hinweg. Ohne auf den Blick des Wirts einzugehen nahm er den Krug in die Hand, genehmigte sich einen kräftigen Schluck des alkoholischen Getränks. „Ihr stammt aus Kendan, oder?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 19:26 
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Halbelfe
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Unweigerlich schlich sich ein leichtes Grinsen auf Lunas Gesicht. "Gut aussehend und intelligent", sie lachte leise. "Das ich so jemanden noch einmal treffen darf." Luna begann den Drow aus der Nähe zu mustern. Alles an ihm wies auf seine Abstammung als Drow hin. Die fast schwarze Haut, das silberne Haar. Nur seine Augen wiesen eine gänzlich andere Farbe auf, als es bei Dunkelelfen für gewöhnlich der Fall war. Sie waren weder golden noch rötlich, sondern viel mehr eisblau. Aber Luna entschied sich, nicht weiter nach seiner Abstammung zu fragen. In diesem Moment war das eher uninteressant. Viel interessanter empfand sie den ersten Satz des fremden Mannes. Er war im Auftrag der Königin unterwegs? Um was für einen Auftrag es sich dabei wohl handelte? „Ich stamme tatsächlich aus Kendan. Ich bin überrascht, dass Ihr das heraus gefunden habt, nur indem ihr mich angesehen habt. Steckt Magie dahinter?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 19:50 
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Dunkelelf
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Ein weiteres Mal setzte Syllvren den Bierkrug zum trinken an. Auf den ersten Schluck folgte ein zweiter, kräftigerer. So bemerkte er auch weder den Kommentar, noch, wie die Halbelfe ihn zu mustern begann. Der Drow ignorierte sogar schon, dass er den Inhalt des Kruges schon zur Hälfte ausgetrunken hatte. Dabei wusste er doch eigentlich, was der Alkohol mit ihm anstellen würde. Das letzte Mal hatte er nach seinem vierten Krug Bier angefangen, die Bar in Stücke zu zerlegen. So etwas sollte nicht noch einmal vorkommen, solange er keinen triftigen Grund hatte, das Mobiliar ins seine Einzelteile zu zerlegen. Ein leises Seufzen entwich Syllvrens Kehle, ehe er noch einmal einen ordentlichen Schluck des bitteren Gebräus zu sich nahm.
„Magie? Ich weiß nicht, ob man diese Fähigkeit in den Bereich der Magie einordnen könnte.“ Unterbewusst strich seine Hand über den Henkel des kalten Kruges, schaute sich seinen restlichen Inhalt an. „Man könnte sagen, dass ich ein feines Gespür für Umgebung habe.“
Syllvren war sich sicher, dass nicht jeder von seinen Fähigkeiten bezüglich der Auramagie wissen musste. Sie würden sofort auf sein Werwolfblut schließen lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 20:12 
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Halbelfe
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Der Mann trank einen letzten, kräftigen Zug aus dem Krug. Mit jedem Zug, den er getrunken hatte, hatte sich sein Körper zusehends entspannt. Was wohl ein weiterer Bierkrug bewirken würde? Kurzerhand wank Luna den Wirt zum Tisch. „Noch ein Bier für meinen Freund!“, sagte sie und drückte dem Wirt das Gold für das Bier in die Hand. Sie bezahlte in der Regel lieber sofort. Sekunden später kam der gute Mann auch schon wieder an den Tisch und stellte den Krug vor den Drow ab, aber nicht ohne ihm noch einen verachtenden Blick zu zu werfen.
„Ihr spracht von einem Auftrag unserer Königin“, kam Luna auf das Thema zurück, das sie so sehr interessierte. „Darf ich fragen, um was für einen Auftrag es sich hierbei handelt? Vielleicht kann ich Euch weiterhelfen.“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 20:31 
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Verwunderte blickte Syllvren zu der Halbelfe, anschließend auf den vollen Krug, den er ihr spendiert hatte. „Danke“, sagte er knapp, ehe er den Krug anhob, ihr zuprostete und einige starke Schlücke zu sich nahm. Erst als sie den Auftrag ansprach horchte Syllvren wieder auf. Im Moment dachte er nicht daran, ob sie ihm helfen konnte. Sie kam ebenfalls aus Kendan, wirkte sympathisch auf ihn und schien hinter seiner Königin zu stehen.
„Mir weiterhelfen? Wenn du etwas über die Entführer der Prinzessin weißt, dann ist mein Ohr offen. Aber ich bezweifle, dass du etwas darüber weißt…“ Ein weiterer, kräftiger Schluck, ehe er sich nach hinten lehnte, seinen Blick ruhig auf die Halbelfe gerichtet. „Aber wenn ich fragen dürfte: Ihr kommt mir ein wenig bekannt vor… Hatten wir schon einmal das Vergnügen?“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 21:29 
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Lunas Augenbrauen schossen vor Überraschung in die Höhe. Am liebsten hätte sie laut losgelacht, aber sie tat es nicht. Man dachte, sie wäre entführt worden? Was in Darks Namen war in Kendan geschehen, dass Salomé zu einer solch irrsinnigen Schlussfolgerung gelangte? „Die Prinzessin ist entführt worden? Wie konnte das geschehen? Ich dachte, dass sie streng bewacht wird?“ Streng bewacht und dennoch nicht streng genug. Mit einem kräftigen Zug leerte Luna ihren Krug. „Und zu Eurer Frage...Sollten wir je etwas miteinander zu tun gehabt haben, so muss dies schon einige Jahrzehnte zurück legen. Ich kann mich nicht an Euer Gesicht erkennen. Und wäret Ihr mir in den letzten Jahren begegnet, hätte ich es mir mit Sicherheit gemerkt. Ein solches Gesicht vergisst man nicht“, sagte sie und hatte den Wirt noch einmal zu sich gerufen. Dieses Mal bestellte sie zwei Bier.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 21:43 
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„Nach dem Anschlag auf ’nen Berater meiner Königin war die Prinzessin spurlos verschwunden“, antwortete Syllvren und leerte den noch halbvollen Krug mit einem einzigen Zug. „Und ich habe keine Ahnung, wie die Wachen überwunden werden konnten. Ich bin nur ein einfacher Bastard, da kann ich froh sein, wenn mich meine Königin hin und wieder zu sich rufen lässt.“ Der Tisch bebte, als Syllvren den Krug auf selbigen schlug. Im Moment hatte er seine eigentliche Aufgabe verdrängt, sämtliche andere Probleme mit ihnen. „Ich nehme das als Kompliment an“, grinste er und legte seinen Kopf in den Nacken. „Aber es würde nicht wundern, wenn ich euch einmal vor diesem Unfall begegnet bin.“ Tief atmete er die stickige Luft ein, hielt sie einige Momente in seinen Lungen, ehe er sie langsam wieder ausatmete. Ja, nach seinem Unfall hatte er kaum noch neue Leute außerhalb der Kaserne zu Augen bekommen und an eine Halbelfe innerhalb der Kaserne würde er sich doch noch erinnern können. Syllvren griff zu dem dritten Krug am heutigen Abend, der soeben vom Wirt an den Tisch gebracht wurde. „Ich bin beeindruckt, dass ihr nicht bei einem Krug aufhört“, er grinste und hob seinen Krug.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 22:02 
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„Wo bleibt denn der Spaß, bei nur einem Bier?“, lachte Luna und nahm einen ersten Zug aus dem Krug. Dieser bisher ereignislose Abend schien doch noch recht interessant zu werden. „Von welchem Unfall sprecht Ihr?“, fragte Luna und blickte dem Mann in die eisblauen Augen. Eisblau war eine sehr ungewöhnliche Farbe für einen Drow. Sie selbst verdankte ihr recht menschliches Aussehen ihrem Vater, aber dieser Dunkelelf schien keine Verwandtschaft mit einem Menschen aufzuweisen. Das würde man ihm mehr ansehen. Gleichzeitig hatte Luna das Gefühl, eine unangebrachte Frage zu stellen. Aber eine gestellte Frage konnte man nicht mehr zurück nehmen. Also wartete sie gebannt auf die Antwort. Die Antwort eines Mannes, der sich selbst verachtend als Bastard bezeichnete. Ihm musste etwas wahrlich furchtbares widerfahren sein, wenn er anscheinend eine so niedrige Stellung innerhalb der Gesellschaft der Drows inne hatte. Dass er ein Bastard war, war sicherlich nicht der einzige Grund. Die Bemerkung über den Anschlag auf einen Berater ihrer Mutter behielt Luna im Hinterkopf. Bei Gelegenheit würde sie versuchen sich darüber Informationen zu beschaffen. Ein Anschlag innerhalb der Mauern Kendans, auf einen Berater der Königin, glich einem Anschlag auf die Königin selbst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 22. Feb 2011, 22:16 
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Dunkelelf
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„Ihr scheint eindeutig von einem anderen Schlag zu sein. Gefällt mir“, grinste Syllvren und genehmigte sich daraufhin auch einen ordentlichen Zug aus dem großen Krug. Als die Halbelfe jedoch den Unfall ansprach, bildete sich eine dünne Eisschicht um den Henkel des Kruges. Er blickte ihr entgegen, direkt in die smaragdgrünen Augen, aus welchen sie ihm anschaute. Einige Momente hielt er den Blickkontakt, ehe er kurz seufzte. War doch eigentlich egal, ob sie ihn dann auch als Bestie ansah – Sie würden sich doch wohl nicht wieder über den Weg laufen. „Der Unfall vor mehreren Jahrzehnten in der Unterstadt von Kendan. Den Angriff der Werwölfe…“ Ein klein wenig nervös schwenkte er den Bierkrug in seiner Hand, trank zweimal einen kräftigen Schluck. „Ich habe den Angriff damals auf wundersame Weise überlebt – Auch wenn ich mir an manchen Tagen wünsche, ich wäre damals verstorben. So wäre mir der Fluch ersparen geblieben, der auf mir liegt…“
Syllvren schüttelte den Kopf, trank die letzten Schlücke Bier aus und blickte wieder auf, worauf die Halbelfe wieder in seine Augen blickte. „Diese blauen Augen sind aus diesem Unfall entstanden. Solche Augen…“ Er zeigte auf sein rechtes Auge um zu verdeutlichen, was er sagen wollte. „…besitzen nur Wesen mit Werwolfblut…“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 8. Mär 2011, 18:03 
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Halbelfe
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"Demnach seid Ihr in jener Nacht zu einem Werwolf geworden?" Interessiert beugte sich Luna vor. In ihren Augen flackerte ein seltsames Interesse auf. "Ich bin noch nie zuvor einem Werwolf begegnet. Ehrlich gesagt kenne ich Werwölfe nur aus Mythen, alten Geschichten." Sie überlegte kurz. Es war unüberlegt, in einem solchen Moment den Fremden mit unangebrachten Fragen zu löchern. Nein. Sie sollte solche Fragen nicht jetzt stellen. Es war zwar möglicherweise ihre einzige Chance, etwas über Werwölfe in Erfahrung zu bringen, eine Rasse, die seit jeher ein Rätsel für die Bevölkerung Talaths darstellte, da nur wenige Wissenschaftler sich mit ihr beschäftigten und diejenigen, die mit Werwolfsblut infiziert wurden, gaben es meist nicht offen zu und setzten alles daran, dass dieses Geheimnis auch gewahrt wurde. Werwölfe waren nirgendwo gern gewesen. Sie waren teilweise sogar unbeliebter als Drows. Und in Kendan als Werwolf zu leben...Dieser Mann musste einen starken Willen haben, wenn er an dieser Last bisher noch nicht zerbrochen war. "Euer Leben in Kendan muss...kompliziert gewesen sein", sagte sie schließlich und orderte beinahe automatisch schon das nächste Bier, ehe sie ihren Krug mit einem Zug leerte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 8. Mär 2011, 20:18 
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Dunkelelf
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„Man gewöhnt sich an seine Stellung…“, sagte Syllvren leise und lehnte sich zurück, den Blick an die Decke des Raumes gerichtet. Die Arme hinter seinem Kopf verschränkt versank er in die Welt seiner Gedanken. Es war selten, dass er intensiv über seinen Stand nachdachte, sich ausmalte, was alles anders geworden wäre, hätten die Werwölfe damals nicht angegriffen. Solche Momente mied er normalerweise aus dem einfachen Grund, dass er dabei einen verletzlichen Punkt freigab. In einem langen Seufzen entließ er die Luft, die er so lange in seinen Lungen behalten hatte. Seine Augen waren glasig, der Blick leer und weit entfernt vom hier und jetzt.
„Dreckiges Wolfblut…“ Der laute Knall eines Kruges, der auf den Tisch geschlagen wurde, ließ Syllvren aus seinen Gedanken hochschrecken. Ein Mann mittleren Alters hatte sich an den Tisch gestellt, blickte ihm auf dunklen Augen entgegen. Etliche Narben zierten sein Gesicht, seine schwarzen Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ein Schwert war um einen Rücken geschnallt, welches in Syllvrens Augen eindeutig nicht wirklich hohe Qualität besaß. „Vertreibst mir mit deiner bloßen Anwesenheit die Gäste und wagst es dann auch noch an ein und demselben Tisch zu sitzen, an welcher eine solche Lady sitzt. Deine dreckige Mutter hat dir wohl nie Manieren beigebracht, Abschaum!“
Syllvrens Stimmung änderte sich mit einem Schlag gegen den Gefrierpunkt. „Was habt Ihr gegen meine Mutter gesagt?“, fragte er mit einem bedrohlichen Unterton. Der Mann funkelte ihm mutig entgegen. „Habe ich mich nicht klar ausgedrückt? Dann tue ich es noch einmal, nur für dein kleines Hirn: Deine Mutter ist eine dreckige Schlampe…“
Wütend war Syllvren aufgestanden und hatte im Bruchteil einer Sekunde die Kehle des Mannes gepackt. Dieser wollte gerade den Griff seines Schwertes umfassen, doch war sein Körper mit einem Mal bis zu seiner Brust mit einer dünnen, aber stabilen Eisschicht überzogen. Allgemein war die Temperatur im Gasthaus mit einem Mal in die Minusgerade gesunken, weiße Atemwölkchen durchzogen den ganzen Rauch. „Niemand beleidigt meine Familie…“, knurrte Syllvren wütend und warf den Mann mit ungeheurer Kraft in Richtung des nächsten Tisches, welcher unter der Wucht des Aufpralles zersplitterte. Mit einem Mal herrschte Panik im Gasthaus, viele Menschen sprangen von ihren Tischen auf und rannten ängstlich in Richtung der Tür. Syllvren ignorierte sie alle, seine Aufmerksamkeit galt alleine diesem Narren. Mit gleichmäßigen Schritten schritt er auf ihn zu, packte ihn am Kragen und riss ihn sogleich in die Höhe. Erneut bildete sich eine Eisschicht um große Teile seines Körpers, seine Lippen waren bereits blau angelaufen.
„Hey!“ Zwei Männer hatten sich aus der panischen Menge gelöst und standen einige Meter von Syllvren entfernt, ihre Schwerter bereits gezogen. „Ergib dich lieber gleich, wir wollen dich lebendig beim Stadtrat abliefern. Ein randalierenden Werwolf gibt sicherlich eine gute Belohnung…“
Verächtlich schnaubte Syllvren, warf den Mann von sich, direkt in den nächsten Tisch. Mit einem Schimmern in seinen Augen trat er zwei Schritte auf die zwei Männer zu, die Luft um ihn herum schien zu vibrieren. „B-Bleib stehen!“, stammelte einer der beiden unsicher. Die beiden schienen nicht wirklich viel Erfahrung zu haben. Syllvren kreuzte seine Arme, wartete einige Augenblicke ab. Wie erwartet verlor der Typ die Beherrschung, rannte auf ihn zu. Ohne zu zögern streckte Syllvren seine Arme zur Seite, entfesselte die Aura, welche sich um ihn gesammelt hatte. Eine Druckwelle erfasste den Mann, schleuderte ihn in Richtung seines Kameraden. Stühle und Tische flogen gegen die Wände, Gläser zersplitterten. Die zwei Männer lagen benommen auf dem Boden, Trümmer lagen über ihren Körpern und machten sie so bewegungsunfähig. Ohne auf ihr Wimmern einzugehen drehte sich Syllvren um, schritt auf sein ursprüngliches Ziel zu – Den alten Mann mit den vielen Narben. Dieser lag bewusstlos, unter ihm ein zersplitterter Tisch. Syllvren spürte nichts, als er auf ihn herabblickte. Er hatte es seiner großen Klappe zu verdanken, dass er sich in dieser Lage befand – Jetzt durfte er mit seinem Leben bezahlen. Der Drow streckte seinen Arm aus, nebelige Schleier erschienen wie aus dem Nichts, verdichteten sich langsam und nahmen die Form eines Schwerts an. „Dumm, dass du nie eine Lehre aus diesem Tag ziehen kannst…“


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 15. Mär 2011, 20:57 
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Halbelfe
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Von einem Moment auf den anderen war die Stimmung gekippt. Schon als sich der Eigentümer des Gasthauses dem Tisch genähert hatte, hatte Luna geahnt, dass es eine unschöne Begebenheit geben würde. Und kaum hatte die Beleidigung über die Mutter des Fremden den Mund des Menschen verlassen, da war der Fremde auch schon wutentbrannt aufgesprungen und hatte den Tisch umgeworfen. Ein Chaos brach im Raum aus und für einen Moment verlor Luna den Drow in der aufgebrachten Menschenmasse aus den Augen. Sie drängte sich zwischen den Männern hindurch und hielt Ausschau nach dem Fremden. So distanziert er auch die letzten Minuten über gewirkt hatte - eine Beleidigung über seine Mutter machte ihn eindeutig rasend. Sie musste ihm viel bedeuten.
Luna drängte sich suchend durch die Masse und zögerte dabei nicht, sich ein wenig gewaltsam Platz zu machen. Plötzlich sausten zwei Männer an ihr vorbei und knallten an die Wand, blieben bewusstlos auf dem Boden liegen. Tische waren umgeflogen, teils zerstört. Glasscherben lagen auf dem Fußboden, ebenso wie zerstörte Bierkrüge und ausgeschütter Alkohol. Luna blickte in die Richtung, aus der die Männer geflogen kamen, und sah gerade noch für einen Moment den Nebel, der den Drow plötzlich umgab, ehe er sich zu einem Schwert formte. Der Drow hielt dem Mann die Klinge an die Kehle. Es war kalt im Raum geworden. Sehr kalt.
Es war nicht zu missverstehen, welche Absichten der Drow hegte. So entschlossen, wie er dort vor dem Mensch stand, bezweifelte Luna keineswegs, dass er dem Leben des Mannes ein abruptes Ende bereiten würde. Und würde er den Mann töten, würde sich der ganze Pub auf ihn stürzen. Es würde ein Gemetzel geben. Und das konnten die Dunkelelfen im Moment auf keinen Fall gebrauchen. Sie wurden von den anderen Völkern schon zu genüge verachtet, da konnten sie es nicht gebrauchen, dass ein Drow in einer Menschenstadt ein Gemetzel eröffnete.
Luna rannte sofort zu dem Drow, legte eine Hand auf seinen Arm und eine auf die Hand, mit der er das Heft umschlossen hatte. "Lasst das sein! Dieser Mann ist das nicht wert!", sagte sie energisch. Von den anderen Menschen drangen Beleidigungen und ähnliches unklar zu ihr durch. Wenn sie nicht bald von hier verschwinden würden, würde die Lage noch eskalieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zum gehängten Eber
BeitragVerfasst: 15. Mär 2011, 21:26 
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Dunkelelf
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Ein Kampf tobte innerhalb von Syllvren, Verstand und Instinkte rangen um die Oberhand. Und noch bis vor einigen Momenten waren es seine Instinkte, die Syllvrens Handlungen völlig leiteten. Noch immer befand sich dieses Schimmern in seinen Augen, welches sich wie ein dünner Schleier vor sie gelegt hatte, ein Schimmern, welches sich immer zeigte, wenn seine werwölfischen Instinkte aus seinem Inneren an die Oberfläche kamen – Und in diesen Momenten waren ihn Begriffe wie Gnade vollkommen fremd.
Syllvren biss seine Zähne zusammen. Sein sonst so scharfer Verstand begann sich allmählich von seinen Fesseln zu lösen. Der Nebel der Wut in seinem Kopf klarte auf, seine Instinkte wurden wieder tief in sein Inneres gezwängt. Erst jetzt, wo sein Verstand zurückzukehren schien, bemerkte er die junge Frau von vorhin. Sie schien Ahnung davon zu haben, wie man in einer solchen Situation zu reagieren hatte, so ließ sich erklären, dass sie ihn zurückgehalten konnte. Von ihr legte sich sein Blick zum Barbesitzer, anschließend über die aufgebrachte Menge. //Ich sollte besser verschwinden…//, dachte Syllvren. Sein Schwert löste sich innerhalb eines Wimpernschlages in grauen Dunst auf und verschwand wie Rauch in der Luft. Ihm war klar, dass er verschwinden musste, raus aus der Stadt. Sicherlich waren einige Gäste schon zur Stadtwache gelaufen, hatten Soldaten zur Hilfe gerufen. Und einen Krieg zwischen Menschen und Dunkelelfen wollte er sich nun wirklich nicht verschulden lassen.
„Vielen Dank für die Getränke…“, sagte Syllvren noch zu der jungen Frau, ehe er seinen Arm wegzog und aus der Bar stürmte.
--->Vor den Toren der Stadt


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